Trina Solar warnt vor Schäden für Chinas Solarindustrie wegen verzögerter Zahlungen

Trina Solar Ltd. leidet unter den verzögerten Zahlungen der Solarförderung für seine Photovoltaik-Kraftwerke. Dies könne die Solarindustrie insgesamt schädigen. „Wir hatten ursprünglich eine Verzögerung von 12 Monaten für den Erhalt der staatlichen Unterstützung, doch nun scheint es unsicher, ob wir es überhaupt in diesem Zeitrahmen bekommen werden“, erklärte Teresa Tan, Finanzvorstand von Trina Solar, der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte. Im August schätzte das Nationale Zentrum für Klimaschutzstrategie und Internationale Zusammenarbeit der chinesischen Regierung die Höhe der nicht-gezahlten Vergütungen auf 30 bis 40 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 4,2 bis 5,6 Milliarden Euro.

Chinas Betreiber von Wind- und Photovoltaik-Anlagen bekommen derzeit viel weniger Geld als zunächst vorgegeben wurde. Dies liegt am komplizierten Antragsverfahren sowie dem Missverhältnis zwischen der Förderhöhe und den Einnahmen aus den Stromrechnungen, die zur Refinanzierung des Betrags erhoben werden, wie die Nachrichtenagentur schreibt. Aus diesem Grund sei nun auch der weitere Ausbau der Erneuerbaren ebenso gefährdet wie die Finanzkraft der Projektentwickler.

Das Ziel von Peking ist es eine installierte Phtovoltaik-Leistung von 100 Gigawatt bis 2020 zu erreichen. Dafür hätten die Zentralregierung, aber auch viele lokale Regierungen verschiedene Förderungen versprochen, damit die heimische Solarindustrie in den Bau neuer Photovoltaik-Anlagen investiere. Gleichzeitig dienten diese dazu, den Photovoltaik-Herstellern in China neue Einnahmemöglichkeiten und eine bessere Auslastung ihrer Produktionskapazitäten zu ermöglichen.

Trina Solar plant nach Tans Aussagen in diesem Jahr Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 800 Megawatt neu in Betrieb zu nehmen. Der Photovoltaik-Hersteller, der seit dem dritten Quartal 2013 wieder Gewinne schreibe, könne derzeit noch mit den Zahlungsverzögerungen umgehen und diese kompensieren. Bis Ende 2014 habe Trina Solar Photovoltaik-Projekte mit insgesamt 200 Megawatt in China betrieben. Das Geld für die Projektfinanzierung habe das Unternehmen dabei über zwei Kapitalrunden am US-Markt eingesammelt, wie Tan bestätigt. Die nun vorliegenden Verzögerungen bei den Förderzahlungen hätten nun US-Investoren vorsichtig werden lassen, so dass dort keine neue Finanzierungsrunde möglich sei. Trina Solar könne aber immer noch Darlehen oder andere Kreditprodukte wie Finanzierungsleasing in Anspruch nehmen, um seine Photovoltaik-Projekte weiterhin zu finanzieren. Allerdings müsse das Problem der verzögerten Zahlungen gelöst werden, weil es ansonsten keine neue Investitionen in Chinas Photovoltaik-Zubau mehr geben werde, so Tan weiter. (Sandra Enkhardt)