Mindestpreise hemmen den Markt

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Warum muss die Mindestpreisregelung in der EU weg?

Die Mindestpreisregelung oder die Entscheidung über Anti-Dumping- und Ausgleichszölle auf chinesische Solarimporte hat wesentlich zum Rückgang des europäischen Solarmarktes um rund 40 Prozent seit 2012 beigetragen. Damit einhergehend ist seit Einführung der Mindestpreisregelung rund die Hälfte der Jobs in der europäischen Solarindustrie verloren gegangen. Und nicht zuletzt waren die PV-Installationen, die in dieser Zeit getätigt wurden, dann teurer, als sie hätten sein müssen. Stromkonsumenten und diejenigen, die PV-Systeme installieren, tragen diese zusätzlichen Kosten.

Wie sieht es mit den Produktionskosten im Vergleich zwischen europäischen und asiatischen Herstellern aus?

Europa ist bei der Herstellung von Modulen bezüglich der verfügbaren Kapazitäten schwächer aufgestellt als Asien und auch kostenmäßig im Rückstand. Erst zu Beginn dieses Jahres hat ein deutsches Unternehmen entschieden, zukünftig Zellen nicht mehr in Deutschland zu produzieren, sondern in Malaysia. Die einfache Begründung war: Dort sind die Produktionskosten nur halb so hoch wie in Deutschland. Selbst für den inzwischen sehr stark zurückgegangenen PV-Zubau in Europa sind wir noch immer auf den Import des überwiegenden Teils der installierten Module angewiesen. Im Bereich BOS, der personalintensiver als die Modulfertigung ist und auf lokaler Wertschöpfung basiert, sind wir in Europa aber führend. Durch die Fixierung der Modulpreise lastet der gesamte Druck zur Senkung der Systempreise in Europa auf den BOS und trifft diesen klassischen europäischen Bereich doppelt hart. Das Ergebnis ist die beschriebene Halbierung der Beschäftigung. Im Gegenzug würde die Abschaffung von Mindestpreisen und Zöllen den europäischen PV-Markt unmittelbar ankurbeln und sofort für mehr Beschäftigung im Sektor sorgen.

Gäbe es andere Möglichkeiten, um die europäische Solarindustrie im Wettbewerb mit China zu stärken?

Die Energiewende und der Ausbau der Photovoltaik bieten ein weites Wachstumsfeld für innovative europäische Unternehmen. Man kann aber auch eine Reihe von Rahmenbedingungen deutlich verbessern, die der Solarindustrie im internationalen Wettbewerb helfen würden. Das betrifft Bereiche wie Finanzierung, wettbewerbsfähiger Zugang zu Einsatzfaktoren wie Energie oder Rohstoffen, Forschung und Entwicklung oder auch Verlässlichkeit bezüglich Regulierungsänderungen. Wenn wir uns darauf konzentrieren, braucht uns vor dem globalen Wettbewerb nicht bange zu sein.

Die Fragen stellte Sandra Enkhardt.

Das vollständige Interview finden Sie aufwww.pv-magazine.de (Webcode 0550).

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