Neue Photovoltaik-Roadmap zeigt Potenziale zur weiteren Kostensenkung

Der Halbleiterverband Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) hat die sechste Ausgabe der International Technology Roadmap for Photovoltaic (ITRPV) veröffentlicht. Zentraler Bestandteil ist die Identifizierung von Kostensenkungspotentialen entlang der kristallinen Photovoltaik-Wertschöpfungskette, wie die VDMA Arbeitsgemeinschaft Photovoltaik-Produktionsmittel nun mitteilte, die an der Erstellung der Roadmap beteiligt war. Darin werden innovative Materialen und Produktionsprozesse sowie der Übergang hin zu Hochleistungszellkonzepten als wesentliche Schritte zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Solarindustrie aufgezeigt. Sei davon auszugehen, dass sich neue Hocheffizienz-Zellkonzepte schnell etablierten. Als weitere Schlüsselfaktoren werden in der ITRPV der Einsatz von Hocheffizienz-Wafern, optimierte Vorder- und Rückseiten auf der Zelle und verbesserte Modultechnologien angeben. Insgesamt haben an der neuen Ausgabe der Roadmap 26 Unternehmen und Forschungsinstitute entlang der Photovoltaik-Wertschöpfungskette mitgewirkt.

Nach den Erwartungen der Experten wird auch künftig ein Großteil der Materialkosten für kristalline Solarmodule auf Polysilizium entfallen. In diesem Bereich werde auch weiterhin einer der Schwerpunkte für Kostensenkungen liegen. Die neuen Technologien wie FBR- oder UMG-Silizium würden aufgrund ihrer Kostenvorteile weitere Marktanteile gewinnen, könnten aber die klassische Siemensreaktortechnologie aber nicht verdrängen. Bei den Wafern dominierten Einsparungen durch dünnere Wafer, Sägeverluste und zunehmendes Recycling. Dennoch hätten großserientaugliche Fertigungslösungen in der Photovoltaik-Produktion weiterhin eine Schlüsselstellung inne. In der Roadmap seien Informationen über wichtige Produktionskennzahlen sowie Prozessdetails zur Steigerung der Zelleffizienz und Modulleistung bei gleichzeitiger Kostensenkung enthalten. Sie sei auch als Leitfaden für neue Entwicklungen gedacht und unterstütze somit die gezielte Neu- und Weiterentwicklung in der Produktionstechnik, hieß es weiter.

Im Bereich von Zellen und Modulen seien Hocheffizienzkonzepte weiterhin der Treiber für sinkende Produktionskosten. Ein allmählicher Übergang von p-dotierten zu n-dotierten Zellen innerhalb der monokristallinen Zelltechnologie könnte ein Ergebnis dessen sein. Bei multikristallinen Solarzellen wird erwartet, dass sie bald die 20-Prozent-Marke in der Serienfertigung übersteigen werden. Bedeutende Marktanteile werde bei den Konzepten für PERC (Passivated Emitter and Rear Contact)-Zellen erwartet. HIT (Hetero Junction Technology)-Zellen würden bis 2025 voraussichtlich einen Marktanteil von gut 10 Prozent erreichen. Bis dahin sei zu erwarten, dass bifaziale Zellstrukturen bereits einen Marktanteil von 20 Prozent hätten. (Sandra Enkhardt)