First Solar setzt Hoffnung in indischen Photovoltaik-Markt

Indien hat große Pläne beim Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen. Bis 2022 soll die installierte Photovoltaik-Leistung im Land auf 100 Gigawatt liegen. Das 33-fache der derzeitigen Gesamtleistung. Nun fand die nach Reuters-Angaben erste Erneuerbaren-Konferenz in der Hauptstadt Neu-Delhi statt. Der Vorstandschef des US-Photovoltaik-Herstellers First Solar, Jim Hughes, warnte im Zuge der Veranstaltung vor einem Scheitern des Ausbauziels. Dies könne passieren, wenn es die indische Regierung nicht schaffe, mehr Land für den Bau von Photovoltaik-Kraftwerken zur Verfügung zu stellen und sicherzustellen, dass die Energieversorger den Solarstrom kauften. Zudem sei in manchen Indischen Bundesstaaten noch unklar, wie die finanzielle Solarförderung aussehen solle. „Es macht es schwierig unter solchen Umständen, Projekte zu entwickeln“, sagte der First-Solar-Chef der Nachrichtenagentur.

Auch Analysten halten es nach Reuters-Angaben für schwierig, dass der indische Regierungschef Narenda Modi sein Ziel von 100 Gigawatt Photovoltaik bis 2022 erreicht. Sie sehen die größten Schwierigkeiten ebenfalls in der schwierigen finanziellen Lage der zumeist staatlichen Energieversorger, die den Solarstrom kaufen sollen und in der langsamen Geschwindigkeit, wie Land für Photovoltaik-Kraftwerke zur Verfügung gestellt werden.

First Solar hat selbst ambitionierte Ziele in Indien. Der Hersteller von Cadmiumtellurid-Dünnschichtmodulen will bis 2019 Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 5000 Megawatt realisieren. Der US-Konkurrent hat Pläne, 15.200 Megawatt an Photovoltaik- und Windkraftprojekten bis 2022 umzusetzen. First-Solar-Vorstandschef Hughes betonte, dass sein Unternehmen sich das Land für die Kraftwerke erst noch sichern müsse und Stromabnahmeverträge (PPA) mit Käufern des Solarstroms aushandeln müsse, bevor es mit dem Bau der Photovoltaik-Anlagen beginnen könne. Indiens größter Kreditgeber, die State Bank of India, hat Reuters zufolge angekündigt, 15 Gigawatt an Photovoltaik-Kraftwerken finanzieren zu wollen. Allerdings gab die Bank noch keine Einzelheiten über ihr Finanzierungspaket bekannt. (Sandra Enkhardt)