Agora Energiewende und das EEG 3.0

Teilen

Agora Energiewende hat einen Vorschlag für eine grundlegende Neugestaltung des EEG vorgelegt. Grundlage dafür ist eine Studie des Öko-Instituts mit dem Titel „Erneuerbare-Energien-Gesetz 3.0 – Konzept einer strukturellen EEG-Reform auf dem Weg zu einem neuen Strommarktdesign“. In dem Konzept ist nun vorgesehen, dass Erneuerbare-Energien-Anlagen künftig nicht mehr je produzierte Kilowattstunde Strom, sondern für die installierte betriebsbereite Kapazität vergütet werden. Die bisherige Art der Förderung – also über Einspeisevergütungen – habe nicht dazu geführt, dass Photovoltaik- und Windkraftanlagen nicht so gebaut und betrieben würden, dass sie optimal mit dem Stromsystem harmonisierten, begründet Agora Energiewende den offensichtlichen Schwenk hin zu Kapazitätsmärkten. Die Vergütungen sollten sich vor allem am Wert der Anlagen für das Stromsystem bemessen. Sie solle künftig auch aus zwei Komponenten bestehen: den Erlösen aus dem Stromverkauf und der Vergütung für die Leistungsbereitschaft der Anlagen. Dazu sollen jährlich fixe Zahlungen eingeführt werden, wie Agora Energiewende weiter fordert.

Diese Umstellung sei nötig, um die nächste Phase des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu bewältigen. „Nach der EEG-Novelle 2014 ist vor der EEG-Novelle 2016. Das nächste EEG wird für Anlagen gelten, die weit über 2030 hinaus unser Stromsystem prägen. In diesem Zeitraum werden die Erneuerbaren Energien ihren Anteil am Strom-Mix auf 50 Prozent steigern und zur dominanten Stromerzeugungsform werden. Systemdienliche Auslegung und Betrieb der Erneuerbaren-Energien-Anlagen werden daher zentral, weil sonst die Gesamtsystemkosten steigen“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Die vorgeschlagene Kombination solle Anlagenbetreibern eine ähnliche Investitionssicherheit wie das aktuelle EEG bieten, gleichzeitig aber Ansporn sein, die Kraftwerke bestmöglich in das Stromsystem zu integrieren.

Die neue Vergütungsregelung soll nach dem Vorschlag der Agora Energiewende zunächst für große Anlagen gelten. Für kleinere Anlagen sowie Bürgerenergieprojekte müsse es Sonderregeln geben, empfehlen die Autoren der Studie. Agora Energiewende will seinen EEG 3.0-Vorschlag „als Diskussionsvorschlag zur Rolle der erneuerbaren Energien in einem künftigen Marktdesign verstanden wissen“, sagte Graichen. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.