Buch-Rezension: The Economic Competitiveness of Renewable Energy

Bereits seit langem haben Brancheninsider darauf gewartet, dass Winfried Hoffmann sein Wissen, das sich über die Jahre angesammelt hat und bisher "nur" in hunderten Vorträgen und direkten Gesprächen vermittelt werden konnte, an einen Punkt zusammengeführt wird.

Diese Zusammenführung gelingt nun in seinem Buch "The Economic Competitiveness of Renewable Energy". Es bietet der Öffentlichkeit und dem Nachwuchs eine breite Orientierung über den technologischen und ökonomischen Stand der erneuerbaren Energien mit Hinblick auf die Umsetzung einer globalen Vollversorgung. Die Vollversorgung mit erneuerbaren Energien ab dem Jahr 2050 ist dann auch das Ziel, auf das sich das Buch konsequent hinbewegt, über eine Darstellung der Ist- Situation und der bisherigen Entwicklung der erneuerbaren Energien.

Der Autor nimmt sich dabei die Zeit – vor allem anhand der Entwicklung der Photovoltaik – zu beschreiben, mit welcher Kraft die Massenproduktion die Kosten- und Technikentwicklung nach vorne getrieben hat und noch viele Jahrzehnte nach vorne treiben wird. Anders als die fossilen beziehungsweise nuklearen Industrien können erneuerbaren Energien vollkommen dezentral von dezentralen Unternehmen errichtet und betrieben werden. Je breiter ihre Anwendung, desto billiger und leistungsfähiger werden sie.

Neben dem Erreichten werden die Notwendigkeiten für weitere (industrielle) Entwicklungen aufgezeigt und das Potenzial von intelligenter Vernetzung und der großen Chancen in der Speichertechnik dargestellt. Fazit ist demnach auch, dass die Umsetzung des 100-Prozent-Ziels am Ende zu einer deutlich billigeren Energieerzeugung und -verwendung führen wird. Eine gute Perspektive für Gegenwart und Zukunft. (Karl-Heinz Remmers)

Über den Buch-Autor

Winfried Hoffmann promovierte im Jahr 1977 im Fach Biophysik. Von 1997 bis 2014 war er Mitglied des Vorstands des europäischen Photovoltaikverbands EPIA (European PV Industry Association) und dort für mehr als acht Jahre Präsident. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und des EWE-Forschungszentrums Next Energy in Oldenburg sowie Mitglied des Aufsichtsrats des Instituts für Solarenergieforschung in Hameln und des Helmholtz-Zentrums Berlin. Er fungiert als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Solarfabrik AG und ist Mitglied des Aufsichtsrats der SMA Solar Technology AG. Im Jahr 2012 erhielt er den "European Becquerel-Preis für besondere Verdienste in der Photovoltaik" der Europäischen Kommission.