Erste Lizenzen für Solarparks in der Türkei vergeben

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Die türkische Regierung hat vor einiger Zeit angekündigt, Lizenzen für Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamtleistung von 600 Megawatt vergeben zu wollen. Dies betrifft Solarparks mit einer Leistung von mehr als einem bis 50 Megawatt. Vor knapp einem Jahr konnten dafür bereits die Anträge abgegeben werden. Es gingen Bewerbungen für Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamtleistung von 8,9 Gigawatt ein. Nun hat die Regierung in Ankara die ersten beiden Lizenzen vergeben. Es handelt sich um zwei Solarparks – ein Acht-Megawatt-Projekt in der Region Elazig und ein Fünf-Megawatt-Projekt in der Region Erzurum, wie Yalçın Adıyaman, Deputy General Manager von Halk Enerji, pv magazine berichtet.

Für das Photovoltaik-Projekt in Elazig hätten fünf Firmen geboten. Der Zuschlag sei an Solentegre Enerji mit einem Angebot von 827.000 Türkischen Lira pro Megawatt, umgerechnt etwa 288.500 Euro pro Megawatt, gegangen. Das Projekt in Erzurum habe sich Halk Enerji mit einem Angebot von umgerechnet knapp 24.000 Euro pro Megawatt sichern können, sagt Adiyaman weiter. Dies zeige die beträchtlichen Preisspannen auf dem türkischen Photovoltaik-Markt. Die Solarparks, die die Lizenzen von Regierung erhalten, werden über zehn Jahre mit Einspeisevergütungen gefördert. Diese liegen für die nun bewilligten Photovoltaik-Projekte nach Angaben von Adiyaman bei knapp zehn Cent pro Kilowattstunde. Bei der Verwendung von lokal hergestellten Komponenten gebe es allerdings einen Aufschlag. In den ersten fünf Jahren könne daher der Einspeisetarif auf mehr als 14 Cent je Kilowattsunde steigen.

„Die Finanzierung von Photovoltaik-Projekten über Banken in der Türkei ist derzeit relativ leicht“, sagt Adiyaman. Dies liege neben den garantierten Einspeisetarifen für zehn Jahren auch an den hohen Einstrahlungswerten von rund 1600 Kilowattstunden pro Kilowattpeak, die den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen in der Türkei rentabel machten. Photovoltaik-Anlagen amortisierten sich unter den derzeitigen Bedingungen nach rund acht Jahren. Auch nach dem Auslaufen der Solarförderung gebe es gute Möglichkeiten, über den Verkauf des Solarstroms gute Einnahmen zu generieren. Der derzeitige Börsenstrompreis liege in der Türkei tagsüber bei durchschnittlich mehr als 5,0 Cent je Kilowattstunde. Adiyaman rechnet damit, dass er in den kommenden Jahren zumindest noch leicht steigen werde.

Halk Enerji ist schon einige Jahre auf dem türkischen Photovoltaik-Markt aktiv. Erst Anfang des Monats habe das Unternehmen die erste Freiflächenanlage ohne Lizenz mit einer Größe von 1,8 Megawatt in Polatli ans Netz angeschlossen, sagt Adiyaman weiter. Der Solarpark sei in zwei Teile aufgeteilt worden und habe zwei Zähler. Für Solarparks unter einem Megawatt sind in der Türkei keine Lizenzen notwendig. Die Realisierung von Projekten in dieser Form ist daher eine Möglichkeit Ausschreibungsverfahren zu umgehen. „Das Gesetz untersagt dies nicht“, sagt Adiyaman weiter. Eine weitere Anlage mit vier Megawatt Gesamtleistung wolle Halk Enerji nun in dieser Form realisieren. (Sandra Enkhardt)