China verhängt Zölle auf Polysilizum aus der EU

Das chinesische Wirtschaftsministerium MOFCOM hat im Zuge seiner Anti-Dumping- und Anti-Subventionsermittlungen nun Zölle auf Polysilizium aus der EU verhängt. Sie gelten seit dem 1. Mai für die kommenden zwei Jahre, wie das Ministerium mitteilte. Die Photovoltaik-Branche in China sei durch die subventionierten EU-Produkte beeinträchtigt worden. „Die chinesische Solarindustrie sei tatsächlich beschädigt und die Schäden wurden auch von dem Dumping und der Subvention verursacht, heißt es in der Mitteilung. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, dass die Anti-Dumpingzölle für EU-Polysilizium 42 Prozent betragen. Hinzu kämen nochmals 1,2 Prozent als Anti-Subventionszoll.

Die Firma Wacker wird ausdrücklich von den verhängten Importzöllen ausgenommen, wie MOFCOM weiter mitteilte. Die Wacker Chemie AG hatte sich bereits Mitte März mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium auf eine einvernehmliche Lösung geeinigt. Wacker Chemie verpflichte sich, sein in Europa produziertes Polysilizium nicht unter einem bestimmten Mindestpreis in China zu verkaufen, teilte das Unternehmen aus München mit. Das MOFCOM erwähnte diese Einigung in ihrer Mitteilung. Sie soll ebenfalls bis Ende April 2016 gelten. In der Übereinkunft sind Wacker Chemie zufolge „marktkonforme Konditionen“ festgelegt worden. Beide Seiten hatten aber Vertraulichkeit zu den genauen Inhalten und Details vereinbart. (Sandra Enkhardt)