Sunways schlingert durch die Insolvenz

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Das Amtsgericht Konstanz hat am Montag das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Sunways AG eröffnet. Es lägen Insolvenzgründe vor, stellten die Richter fest. Zum Insolvenzverwalter habe das Gericht Thorsten Schleich bestellt, der bereits das vorläufige Verfahren betreut hat, teilte das Photovoltaik-Unternehmen weiter mit. Die Gläubiger seien nun aufgefordert, bis zum 10. Juni ihre Forderungen anzumelden. Eine erste Gläubigerversammlung sei für den 9. Juli geplant. Das Amtsgericht habe für die Zeit bis dahin einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt.

Bei dem Photovoltaik-Hersteller wird es voraussichtlich nicht zu einem Planinsolvenzverfahren kommen, hieß es noch Anfang April. Es werde stattdessen eine übertragene Sanierung angestrebt. Vor knapp einer Woche verkündete der damals noch vorläufige Insolvenzverwalter Schleich, dass es abschließende Angebote für den Erwerbs eines Teilbereichs von Sunways gebe. Die Kaufangebote beträfen vor allem die Wechselrichtersparte inklusive Marke, Patente, Ausrüstung, Vorräte und den zugehörigen Mitarbeitern sowie Vertriebs- und Verwaltungsbereiche. Gemeinsam mit dem vorläufigen Gläubigerausschuss sei beschlossen worden, eine Exklusivitätsvereinbarung mit einem der potenziellen Investoren abzuschließen. Der Verkaufsvertrag solle dann direkt nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens folgen, hieß es vor rund einer Woche. Davon ist nun in der aktuellen Mitteilung des Photovoltaik-Unternehmens keine Rede.

Für Sunways ist es das zweite Insolvenzverfahren binnen Jahresfrist. Erst Mitte August 2013 hatte das Amtsgericht Konstanz die vorläufigen Insolvenzverfahren gegen die Sunways AG und die Sunways Production GmbH aufgehoben. Die Insolvenz war auf Antrag von Banken im April 2013 angeordnet worden, nachdem die Banken dem Photovoltaik-Unternehmen vorzeitig die Kreditlinien gekündigt hatten. Sunways konnte sich während des ersten Insolvenzverfahren einen Vergleich mit den Banken erzielen. (Sandra Enkhardt)