Transfergesellschaft für 600 Bosch-Solar-Mitarbeiter in Arnstadt

Etwa 600 der 1400 ehemaligen Mitarbeiter von Bosch Solar in Arnstadt sollen ab dem 1. Mai in eine Transfergesellschaft wechseln. Dies berichtet der Sender „MDR Thüringen“ unter Berufung auf einen Sprecher von Bosch. Die übrigens rund 800 Mitarbeiter haben im Zuge der Übernahme des Bosch-Solar-Werks durch Solarworld einen neuen Job gefunden. Die Perspektive für die verbliebenen Beschäftigten sei aber eher schlecht. Rund 250 Arbeitsplätze würden noch im Zuge einer Neuansiedlung der Bereiche Autoeletronik-Fertigung und Solarmodul-Service von Bosch in Arnstadt entstehen. Dort könnten sich die ehemaligen Mitarbeiter von Bosch Solar bewerben. Die neue Fertigung werde voraussichtlich im Herbst anlaufen, heißt es in dem Bericht weiter.

Weitere neue Arbeitsplätze seien allerdings nicht in Sicht. Verhandlungen mit anderen Unternehmen über eine Ansiedlung in Arnstadt gebe es derzeit weder von Seiten Boschs noch des Landes Thüringen. Ein Pharmaunternehmen habe seine Pläne aufgegeben, sich am Standort anzusiedeln. Es wollte bis zu 100 Arbeitsplätze schaffen. Bosch habe Anfang April einen Interessensausgleich mit der Belegschaft abgeschlossen. Dieser sehe neben dem Wechsel in eine Transfergesellschaft auch die Möglichkeit vorzeitiger Ruhestandsregelungen oder Abfindungszahlungen für die nicht von Solarworld weiterbeschäftigten Mitarbeiter vor, sagte der Sprecher dem Radiosender weiter.

In Frankreich sucht Bosch immer noch nach einem Investor für sein Modulwerk. Der Photovoltaik-Hersteller Sillia Energie hatte schon im vergangenen Jahr ein Übernahmeangebot abgegeben. Bislang hat Bosch diesem aber noch nicht zugestimmt. Der Technik-Direktor von Bosch Solar in Frankreich, Marc Baeumlin hat nach Medienberichten auf einer Mitarbeiterversammlung von verschiedenen Optionen gesprochen. Wenn Sillia Energie kurz- und mittelfristige Kundenaufträge für 2014 und 2015 vorweisen könne, werde über das Angebot weiterverhandelt. Falls nicht, werde es keine Übernahme des Werks durch den französischen Konkurrenten geben. (Sandra Enkhardt)