SAG Solarstrom meldet großes Interesse von Investoren

Die SAG Solarstrom AG verzeichnet nach eigenen Angaben ein hohes Investoreninteresse aus Asien, Nordamerika, Europa und auch Deutschland. Der von Roland Berger Strategy Consultants begleitete Investorenprozess verlaufe bislang planmäßig, teilte das Photovoltaik-Unternehmen aus Freiburg nun mit. Nach der Abgabe indikativer Angebote hätten ausgewählte Interessenten nun Zugang zu umfangreichen Daten. Es werde erwartet, dass sie in den nächsten Wochen finale Angebote vorlegten, hieß es weiter. Der Insolvenzverwalter Jörg Nerlich gehe davon aus, dass bis zur Gläubigerversammlung am 16. Mai eine klare Zukunftsperspektive aufgezeigt werden könne. „In den letzten Wochen ist eine beachtliche Anzahl von Interessensbekundungen eingegangen. Der überwiegende Teil der potenziellen Investoren zeigt am Gesamtunternehmen mit allen Geschäftsbereichen Interesse, wir haben jedoch auch einige Angeboten für einzelne Assets der Unternehmensgruppe erhalten“, sagte Nerlich weiter. Es habdele sich mehrheitlich um strategische Investoren, aber auch Finanzinvestoren seien unter den Interessenten.

Zur finanziellen Situation der SAG Solarstrom hieß es, dass Mittelzuflüsse von mehr als 20 Millionen Euro bis Mitte des Jahres erwartet würden. Ursprünglich sollten sie bereits Ende 2013 erfolgen. Die ausbleibenden Zahlungen führten letztendlich zum Insolvenzantrag des Photovoltaik-Unternehmens. Dazu gehörten Mittelzuflüsse aus dem Verkaufsabschluss von deutschen Photovoltaik-Projekten, aus dem Verkauf eines italienischen Anlagenportfolios und aus der Rückführung eines Darlehens, das einer italienischen Projektgesellschaft gewährt worden war. Derzeit liee die Umsetzung neuer Photovoltaik-Projekte wegen des Insolvenzverfahrens auf Eis. Allerdings sei die internationale Projektpipeline unter anderem in Spanien, Lateinamerika, Afrika und der Karibik dennoch gesichert und sogar weiterentwickelt worden, teilte SAG Solarstrom weiter mit. Bei einer entsprechenden Rekapitalisierung des Unternehmens durch den Einstieg eines neuen Investors könnten die Projekte ohne großen Zeitverzug umgesetzt werden.

Ende vergangener Woche teilte das Photovoltaik-Unternehmen noch mit, dass es einen Vergleich mit der BBV Beteiligung, Beratung und Verwaltung GmbH erzielt habe. Deren Alleingesellschafter ist der Vorstandschef der SAG Solarstrom, Karl Kuhlmann. Bei der durch den Insolvenzverwalter mit Zustimmung des vorläufigen Gläubigerausschusses ausgehandelten Vereinbarung gehe es um ein verpfändetes Guthaben im Zusammenhang mit der Wandelschuldverschreibung 2007/2014. Mit dem Vergleich würden liquide Mittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro frei, die der SAG Solarstrom zugute kämen, hieß es weiter. Die Wandelschuldverschreibung sei 2007 bei Begebung gemäß den Anleihebedingungen in voller Höhe des Rückzahlungsanspruches von damals 10 Millionen Euro durch die Verpfändung des eingezahlten Kapitals besichert worden. Der derzeit verpfändete Betrag für ausstehende Wandelschuldverschreibungen betrage 7.415.500 Euro. Die BBV Beteiligung, Beratung und Verwaltung GmbH halte Teilschuldverschreibungen dieser Wandelschuldverschreibung im Gesamtnennbetrag von 7.363.500 Euro. Sie habe ihre diesbezüglichen Rückzahlungsansprüche aus der Wandelschuldverschreibung als Sicherheit an die finanzierende Bank abgetreten. Im Rahmen der Vereinbarung verzichte die BBV Beteiligung, Beratung und Verwaltung GmbH sowie die beteiligte Bank nach Kündigung der gehaltenen Teilschuldverschreibungen auf 3,5 Millionen Euro des Rückzahlungsanspruchs. Der übrigen Betrag von mehr als 3,8 Millionen Euro werde an die finanzierende Bank ausgezahlt.

In einer gesorderten Vereinbarung sei zudem beschlossen worden, dass die BBV Beteiligung, Beratung und Verwaltung GmbH ihre Aktien an SAG Solarstrom an die Bank zu übertrage. Damit verliert der Vorstandschef Karl Kuhlmann seine Anteile am Photovoltaik-Unternehmen. Er werde aber im Amt bleiben und den Restrukturierungs- und Investorenprozess weiter begleiten, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)