Oettinger will Kohle statt Photovoltaik und Windkraft

Der EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) hat in einem Interview in der „Welt am Sonntag“ ein Abbremsen beim Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse in Deutschland gefordert. "Ich rate zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung beim weiteren Ausbau von Solar- und Windkraft. Den bisherigen Schweinsgalopp müssen wir stoppen", sagte er. Das größte Problem sei, dass die großen Mengen an Solar- und Windstrom nicht speicherbar seien. Daran wird sich in den nächsten zehn Jahren aus seiner Sicht auch nichts ändern. "Erst wenn man Strom speichern kann, kann Wind- und Solarkraft die ganze Zukunft gehören", sagte Oettinger im Interview. Sie seien eine gute Ergänzung bei der Energieversorgung, dürften aber nicht der Schwerpunkt sein.

Oettinger forderte die Bundesregierung auf, stärker auf Kohle zu setzen. Sie habe einen Anteil von 45 Prozent und sei noch lange nicht verzichtbar. Dabei müsse Deutschland vor allem auf die heimische Braunkohle setzen. „Statt Steinkohle zu importieren oder zu subventionieren, sollten wir die Braunkohle in der Lausitz und im Rheinland nutzen", sagte Oettinger weiter. Die modernen Braunkohlekraftwerke in Deutschland sollten zudem weiterlaufen.

An dem Atomausstieg ist nach Ansicht des EU-Energiekommissars nicht mehr zu rütteln. Er sei sich sicher, dass die verbliebenen Atomkraftwerke bis 2022 wie geplant abgeschaltet würden. Daran werde auch eine geänderte Koalition nach der nächsten Bundestagswahl 2017 nichts mehr ändern. Zudem sei eine Energieversorgung ohne Atomkraft in Deutschland machbar, so Oettinger weiter. (Sandra Enkhardt)