Manz fordert aktive Standortpolitik für Photovoltaik in Deutschland

Die Manz AG veröffentlichte am Freitag ihren Geschäftsbericht 2013. Gegenüber dem Vorjahr konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 44,6 Prozent auf 266,2 Millionen Euro steigern, dem bisher höchsten seiner Unternehmensgeschichte. Gleichzeitig konnte die Profitabilität verbessert werden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 27,0 Millionen Euro (Vorjahr: -10,8 Millionen Euro), die EBITDA-Marge belief sich auf rund 10 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Geschäftsjahr 2013 betrug nach Unternehmensangaben 3,1 Millionen Euro, nach -30,7 Millionen Euro im Vorjahr.

Nach Geschäftsbereichen entfiel der größte Umsatzanteil 2013 mit 172,5 Millionen Euro auf den Bereich Display. Dies entspricht einem Wachstum von 55,1 Prozent zum Vorjahr. Mit dem Verkauf von Produktionsanlagen für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien erzielte Manz einen Umsatz von 9,1 Millionen Euro, nach 14,5 Millionen Euro im Vorjahr. Auf den Bereich Solar entfielen 10,4 Millionen Euro (Vorjahr: 16,4 Millionen Euro). Dies entspreche einem Umsatzanteil von nur noch 3,9 Prozent. Im Geschäftsjahr 2008 betrug der Umsatzanteil der Photovoltaik-Sparte des Anlagenbauers noch rund 60 Prozent. Für relevante Umsatzbeiträge in Höhe von 56,4 Millionen Euro zeichnete sich nach Unternehmensangaben das Berichtssegment Leiterplatten/OEM verantwortlich. Die positive Entwicklung spiegle die Ausweitung der OEM-Fertigung von Anlagen für die Halbleiterindustrie unter Nutzung der durch ausgebliebene Solaraufträge freien Kapazitäten am Standort Slowakei wider.

Für 2014 zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Dieter Manz optimistisch. Er erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein „starkes Umsatzwachstum bei einem deutlich verbesserten Ergebnis vor Zinsen und Steuern“. Aus der Displaybranche seien in den vergangenen Monaten bereits Aufträge in Höhe von rund 95 Millionen Euro eingegangen. Die Nachfrage nach Smartphones und Tablets sei weiterhin sehr hoch. Positive Impulse würden auch bei Flat-Panel-Displays erwartet. Den Geschäftsbereich Batterien will das Unternehmen durch eine Akquisition verstärken. Nachdem die Entwicklung im vergangenen Jahr aufgrund der unzureichenden Dynamik im Markt für Elektromobilität hinter den Erwartungen geblieben sei, erwartet Manz vor allem verstärkt Aufträge aus dem Bereich Premium Consumer Electronics. Auch im Bereich Solar sieht Manz „aufgrund der steigenden Nachfrage nach Modulen auf dem Endkundenmarkt“ für 2014 Wachstumspotenzial.

Allerdings unterstrich Dieter Manz im Gespräch mit pv magazine, dass er zwar weiterhin an die Photovoltaik glaube, doch kurzfristig „nicht mit großen Sprüngen“ rechne, „weil im Moment kaum jemand wirklich Geld verdient“. Um ein weiteres Einbrechen des heimischen Photovoltaik-Marktes zu verhindern und die PV-Industrie in Deutschland zu halten, fordert Manz eine aktive Standortpolitik. „Ohne politischen Willen wird es keine Produktion mehr in Deutschland geben“, sagte er. Nötig sei unter anderem die Einführung von Regelungen zur lokalen Wertschöpfung bei Ausschreibungen und Fördermaßnahmen. „Ohne einen starken heimischen Solarmarkt gibt es auch keine heimische Photovoltaik-Industrie mehr“, sagte Manz. „Forschen alleine reicht nicht aus. Wenn die Hersteller abwandern, wandern auch die Maschinenbauer ab und in letzter Folge auch die Forschungsinstitute“. Nötig sei jedoch auch eine verstärkte Zusammenarbeit der Branche.

Wachstumspotenziale für das Photovoltaik-Geschäft des Anlagenbauers sieht Manz vor allem bei den schlüsselfertigen CIGS-Produktionslinien. Man sei mit mehreren Interessenten in neuen Märkten wie der Türkei, der MENA-Region, Südafrika und China im Gespräch. Einen der Vorteile der CIGS-Technik sieht Manz darin, dass kostengünstiger als im kristallinen Bereich Fabriken mit einem hohen Anteil lokaler Wertschöpfung aufgebaut werden könnten. (Hans-Christoph Neidlein)

Ein ausführliches Interview mit Dieter Manz finden Sie in der Maiausgabe des englischsprachigen pv magazine.