Deutsche Bank: Sonnige Aussichten für Japan

Die Analysten der Deutschen Bank haben eine neue Prognose für die Entwicklung der Photovoltaik-Märkte in Japan veröffentlicht. Es sei nach Gesprächen mit Industrievertretern davon auszugehen, dass in diesem Jahr ein Photovoltaik-Zubau von etwa sieben Gigawatt zu erwarten sei. Auf dem chinesischen Photovoltaik-Markt sei hingegen noch unsicher, ob das Ziel von einer neu installierten Photovoltaik-Leistung von 14 Gigawatt erreicht werde. Grund dafür seien auch politische Unsicherheiten, ob diese Zielvorgabe für den Ostteil des Landes wirklich realisierbar seien. Dennoch werden wohl auch in diesem Jahr die chinesischen Photovoltaik-Hersteller ihre weltweite Spitzenposition behaupten können, heißt es in dem Bericht.

In Japan steht im April eine Kürzung der Photovoltaik-Einspeisetarife an. Es sei damit zu rechnen, dass die Solarförderung moderat um etwa zehn Prozent gekürzt werde, schreiben die Analysten. Dies entspreche auch in etwa dem Rückgang der Systempreise für private Photovoltaik-Anlagen in Japan zwischen dem dritten und vierten Quartal 2013. Die Preisänderungen in dem Bereich von gewerblichen Anlagen sei allerdings geringer ausgefallen, heißt es in dem Bericht. Kurzfristig werde die Nachfrage nach Photovoltaik in Japan hoch bleiben. Dies habe indes auch zu einer Knappheit an Arbeitern und Transportmitteln für die Module geführt. Ab April werde die Nachfrage wohl nachlassen, aber die Analysten der Deutschen Bank sehen keinen Einbruch. Es gebe noch eine erhebliche Anzahl von Photovoltaik-Projekten, denen die derzeitigen Einspeisevergütungen zusagt worden, die dann auch noch realisiert werden müssten. Insgesamt sei auch ein Photovoltaik-Zubau von acht bis neun Gigawatt in diesem Jahr in Japan möglich und wahrscheinlich.

Insgesamt seien in Japan unter den alten Förderbedingungen mit Einspeisetarifen von 42 und 38 Yen pro Kilowattstunde Photovoltaik-Projekte mit insgesamt 14 Gigawatt genehmigt worden. Diese könnten noch in den kommenden anderthalb bis zwei Jahren installiert werden. Bei vielen Projekten gebe es derzeit einen Zeitverzug bei der Realisierung. Nach der Absenkung der Photovoltaik-Einspeisetarife sei ein Rückgang bei den Modulpreisen in Japan zu erwarten, heißt es im Bericht. Auch das zuständige Ministerium METI habe eine Umfrage unter Projektierern gestartet, die Anlagen mit mehr als 400 Kilowatt installieren. Diese Projekte würden nun geprüft. Aus Sicht der Analysten ist es nicht ausgeschlossen, dass Genehmigungen wieder zurückgezogen werden und neue Anträge für Förderungen gestellt werden müssten. Einige Projekte seien auch bereits schon gestrichen worden. Bei anderen Photovoltaik-Projekten gebe es noch keine Verträge mit Lieferanten oder Klarheit über den Standort. METI könnte für diese Projekte ebenfalls die Zusagen annullieren oder Stichtage setzen. Die Analysten der Deutschen Bank erwarten, dass insgesamt von den 14 Gigawatt in diesem Jahr nur 4,4 Gigawatt wirklich realisiert werden. Für die derzeitigen Einspeisevergütungen seien Projekte mit 6,2 Gigawatt genehmigt worden. Dabei handele es sich vor allem um Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung zwischen 10 und 1000 Kilowatt. Angesichts dieser Großzahl an Genehmigung sei wahrscheinlich, dass sich der jährliche Photovoltaik-Zubau vorerst auf einem Niveau von sechs bis sieben Gigawatt einpendeln werde. (Sandra Enkhardt)