Verzögerungen belasten Ergebnis der SAG Solarstrom

Die SAG Solarstrom AG hat die weltweite Marktkonsolidierung bislang gut gemeistert. Das Photovoltaik-Unternehmen musste allerdings im dritten Quartal einen Verlust hinnehmen. „Der europäische Markt ist wie erwartet aufgrund regulatorischer Änderungen und der Einführung von Strafzöllen beziehungsweise Mindesteinfuhrpreisen auf chinesische Modulimporte um mehr als die Hälfte zusammengebrochen. Wir haben daher unsere internationale Expansion deutlich beschleunigen müssen“, sagte Karl Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender von SAG Solarstrom. Angesichts des Markteinbruch in Europa habe es in den ersten neun Monaten 2013 einen Umsatzrückgang von 90,1 auf 74,5 Millionen Euro gegeben. Dennoch sei es SAG Solarstrom gelungen, auch in Europa weiterhin Projekte umzusetzen und gleichzeitig auch neue Märkte außerhalb des Kontinents zu erschließen. Gut ein Viertel der Umsätze seien in Deutschland und 63,1 Prozent in Großbritannien erzielt worden. Aufgrund der Vorlaufkosten der Projekttätigkeit und der beschleunigten internationalen Expansion habe das Photovoltaik-Unternehmen in den ersten drei Quartalen 2013 aber einen EBIT-Verlust von 2,8 Millionen Euro gemacht.

Im dritten Quartal hatte SAG Solarstrom einige Verzögerungen bei Photovoltaik-Projekten in Großbritannien zu verzeichnen. Das Unternehmen begründet diese mit den „unklaren Rahmenbedingungen hinsichtlich der Strafzölle auf chinesische Modulimporte“. SAG Solarstrom bestätigte dennoch seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr. „Wir haben auch im vergangenen Jahr einen Großteil des Installationsvolumens im 4. Quartal realisiert“, sagte Kuhlmann, „deshalb bestätigen wir angesichts unserer aktuellen Projektpipeline und der teilweise sehr fortgeschrittenen Projektsituation unsere Prognose.“ Die Unternehmensführung geht derzeit davon aus, die Installations- und Absatzvolumen auf mehr als 117 Megawatt zu steigern und 2013 ein positives operatives Ergebnis zu erreichen.

Beim Blick auf die einzelnen Segmente spiegelt das Ergebnis den Preisrückgang bei Photovoltaik-Anlagen gegenüber dem Vorjahr wieder. So habe SAG Solarstrom sein Installationsvolumen nahezu stabil halten können, der Umsatz sei aber von knapp 70 auf 56,0 Millionen Euro in den ersten neun Monaten gesunken. Eklatant fällt allerdings das Ergebnis für das dritte Quartal aus. Wegen der Verzögerungen habe der Umsatz im Segment Anlagenbau nur bei 4,5 Millionen Euro gelegen, etwa ein Zehntel des Vorjahreswertes bei einem EBIT-Ergebnis von -2,6 Millionen Euro. In den Bereichen Anlagenbetrieb und Stromproduktion musste SAG Solarstrom ebenfalls Umsatzrückgang hinnehmen, aber nicht in einer solchen Größenordnung.

Mit Abschluss des zweiten Quartals hatte das Photovoltaik-Unternehmen entschieden, seinen defizitären Partnervertrieb einzustellen. Kosten seien dafür nicht mehr zu erwarten und die Abschreibungen auf den Firmenwert seien bereits bilanziell berücksichtigt, hieß es dazu. „Für den neu gefassten Geschäftsbereich Projektvertrieb, der das Zweitmarktgeschäft mit Photovoltaik-Anlagen sowie Stromproduktionsprojekte zum Eigenverbrauch und integrierte Energieprojekte beinhaltet, wurden bereits weitere Projekte für das Zweitmarktgeschäft identifiziert und Verhandlungen initiiert, die nach derzeitiger Einschätzung auch noch in 2013 zu Umsatz- und Ergebnisbeiträgen führen dürften“, teilte SAG Solarstrom ohne weitere konkrete Angaben mit. (Sandra Enkhardt)