EU PVSEC: Von Winter auf Herbst

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Die Zeiten für Maschinenbauer und Zulieferer sind dieses Jahr besonders hart. Doch etliche Aussteller auf der diesjährigen EU PVSEC-Konferenzmesse, die am Freitag zu Ende geht, sehen einen kleinen Lichtstreifen am Horizont. „Nach dem Winter kommt der Herbst“, kommentierte einer der Experten.

Die Zuversicht zeigte zum Beispiel Heraeus. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Anteil von rund 30 Prozent am Markt für Silberpasten, mit denen die Kontaktfinger und Busbars auf den Solarzellen gedruckt werden. Dadurch hat es einen guten Überblick über die tatsächliche Zellproduktion. Sie ist nach Aussage von Carsten Mohr, Leiter der Business Unit Solar in Europa, dieses Jahr um rund 20 Prozent gestiegen und wird vermutlich auch nächstes Jahr ähnlich wachsen. Auch der Hersteller von Steckverbindern Multi-Contact hat dieses Jahr Eric Ast, Market Development Manager Photovoltaics, zufolge keinen Einbruch gespürt. Das bedeutet, dass die Produktion bei seinen Kunden läuft.

Wenn trotz Wachstums die Maschinenbauer dieses Jahr kaum Geräte verkauft haben, liegt das nach Ansicht einiger Experten nicht daran, dass bestehende Linien nicht ausgelastet waren, sondern daran, dass Photovoltaik-Hersteller noch vor der Krise weitere Maschinen geordert und die sie daher noch auf Lager hatten.

Das hört sich durchaus plausibel an. Wie stark der Photovoltaik-Markt dieses Jahr wächst, hängt sehr aber stark davon ab, wie der Zubau in Japan ausfällt. Auch ob ein Wachstum direkt zur Entwarnung bei den Photovoltaik-Maschinenbauern führen wird, ist umstritten. Bei einem sehr schlechten Markt ist etwas Wachstum vielleicht nicht genug. "Maschinenbauer haben versucht, so viele Mitarbeiter wie möglich an Bord zu halten. Doch das wird nächstes Jahr schwierig", sagt etwa Analyst Götz Fischbeck, Vorstandschef von Smart Solar Consulting.

PVSEC klingt aus

Am Freitag geht die EU PVSEC in Paris zu Ende. Im Messeplan sind nur noch rund 250 Aussteller gelistet, deutlich weniger als vergangenes Jahr, wo der Einbruch gegenüber den Boomjahren bis 2011 auch schon sehr groß war. Ob eine leichte Erholung des Marktes den Trend umkehren kann, scheint zweifelhaft, da sich auch der Markt für die Photovoltaik-Maschinenbauer und Lieferanten von Komponenten, die traditionell auf der PVSEC stark waren, nach Asien verlagert hat. Modul- und Wechselrichterhersteller und andere Aussteller aus dem Downstream-Bereich sind überhaupt nicht mehr auf der Messe präsent. Die Konferenz ist von dieser Entwicklung übrigens unbeeindruckt und der Tenor bei den Besuchern ist zu einem großen Teil positiv. Auch wenn die Unternehmen nicht ausstellen – viele relevante Leute sind trotzdem vor Ort. (Michael Fuhs)