GSF-Affäre belastet Suntech-Zahlen

Die Affäre um die luxemburgische Firma Global Solar Fund, S.C.A., Sicar (GSF) lässt die Suntech Power Holdings Co. Ltd. nicht zur Ruhe kommen. Die Betriebsergebnisse von GSF, die im Auftrag von Suntech in Italien Solarparks errichtete und betrieb, sollen nun von international anerkannten Wirtschaftsprüfern nochmals überprüft werden, wie es weiter hieß. Die Ergebnisse würden voraussichtlich im Frühjahr 2013 vorliegen. Dennoch sei sich Suntech nach internen Ermittlungen bereits sicher, dass das Unternehmen Opfer eines Betrugs wurde. So habe die angebliche Sicherheit in Form einer deutschen Staatsbürgschaft nicht existiert, hieß es bei Suntech. Als Ergebnis sei damit zu rechnen, dass das Ergebnis des chinesischen Photovoltaik-Herstellers um 60 bis 80 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 geringer ausfallen werde. Die Auswirkungen auf die Ergebnisse der Geschäftsjahr 2011 und 2012 werden hingegen voraussichtlich unerheblich sein, hieß es weiter. Suntech plant nach Abschluss der Ermittlungen gegen GSF-Angestellte seine Jahresabschlüssen erneut zu prüfen und die Ergebnisse anzupassen. Anfang kommenden Jahres sei damit zu rechnen.

Suntech gab zudem neue Entwicklungen in der GSF-Affäre bekannt. So erhielten nach neuesten Erkenntnissen 110,5 der 141,7 Megawatt installierten und betriebenen Photovoltaik-Leistung eine Einspeisevergütung in Italien. Dies seien nochmal mehr als nach der letzten Prüfung im August durch Suntech, als nur Photovoltaik-Anlagen mit 74 Megawatt Leistung über das Conto Energia gefördert wurden. Auch die restlichen Solarparks sollen nun möglichst noch eine Solarförderung erhalten. Außerdem habe die Staatsanwaltschaft in Brindisi Strafen gegen verschiedene Führungspersonen von GSF-Tochtergesellschaften  erhoben, da sie Genehmigungs- und Bauvorschriften nicht eingehalten hätten.

Der chinesische Photovoltaik-Hersteller hat zudem vorläufige, noch ungeprüfte Zahlen für das dritte Quartal 2012 veröffentlicht. Demnach sei der Absatz gegenüber dem Vorquartal um rund zehn Prozent, der Umsatz um 18 Prozent auf etwa 387 Millionen US-Dollar gesunken. 88 Prozent des Umsatzes habe Suntech mit dem Verkauf von Solarmodulen erzielt, teilte das chinesische Photovoltaik-Unternehmen mit. Die Betriebsausgaben hätten bei 98 Millionen US-Dollar gelegen. Besonders zu Buche schlugen dabei die Kosten wegen der GSF-Affäre mit sechs Millionen US-Dollar sowie die Kosten für die Restrukturierung der Zellproduktion und damit verbundenen Entlassungen mit acht Millionen US-Dollar sowie Abschreibungen in Höhe von sechs Millionen US-Dollar.

Weiter schwache Nachfrage erwartet

Suntech habe besonders unter der schwachen Nachfrage auf den europäischen Photovoltaik-Märkten infolge weiterer Anpassungen der Solarförderung gelitten, erklärte Suntech-Vorstandschef David King. Dieser Trend werde voraussichtlich bin zum Frühjahr 2013 anhalten. Daher senkte Suntech auch seiner Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr und erwartet nun einen Absatz zwischen 1,7 und 1,8 Gigawatt in diesem Jahr. Im vierten Quartal werde mit einer leicht negativen Bruttomarge gerechnet. Die Produktionskosten und –größe sollen weiter angepasst werden, wie es weiter hieß. Außerdem verhandle Suntech mit seinen Geldgebern, um die Liquidität sicherzustellen.  (Sandra Enkhardt)