Finanzinvestor soll Systaic retten

Die Systaic AG sucht derzeit mit Hochdruck nach einem Ausweg aus seiner finanziellen Schieflage. "Wir sind in detaillierten Gesprächen mit einem Finanzinvestor", sagte der neue Vorstandschef Michael Viktor Kamp in einem Reuters-Interview. Die Verhandlungen über einen Einstieg des Investors seien weit fortgeschritten. Details wie den Namen oder die Höhe der Beteiligung wollte Kamp nicht nennen.

Kamp ist Gründer von Systaic. Er übernahm Anfang August den Vorstandsvorsitz, um das Photovoltaik-Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Bis zum Jahresende will Kamp die Restrukturierung weitgehend abschließen. "Dann werden wir wieder ganz klein anfangen", sagte er weiter. Systaic werde sich künftig wieder auf sein Kernprodukt, das integrierte Solardach, konzentrieren und keine Photovoltaik-Kraftwerke mehr bauen. Für das kommende Geschäftsjahr peilt Kamp einen Umsatz im „mittleren zweistelligen Millionen-Bereich“ sowie „eine schwarze Null“ an.

Systaic musste in den vergangenen Monaten wegen des Liquiditätsengpasses auf viele Projekte verzichten. Der Umsatz brach dementsprechend ein: Im ersten Halbjahr lag er Systaic zufolge bei 14 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 121 Millionen Euro. Nach vorläufigen Zahlen habe sich der operative Verlust in den ersten sechs Monaten 2010 auf etwa 28 Millionen Euro belaufen. Für das Gesamtjahr rechnet das Photovoltaik-Unternehmen mit einem Umsatz von maximal 35 Millionen Euro. Ursprünglich sollten zwischen 250 und 260 Millionen Euro erwirtschaftet werden. (Sandra Enkhardt)