Kritik an Kürzungsplänen der FDP

Teilen

Die FDP stößt mit ihrer Forderung, die Photovoltaik-Vergütung stärker als im EEG abzusenken, zunehmend auf Kritik. "Eine Hau-Ruck-Aktion wäre hier falsch", sagte Tanja Gönner (CDU), Umweltministerin von Baden-Württemberg, der Frankfurter Rundschau (Montagausgabe). Zwar gebe es derzeit Spielraum für eine Reduzierung, doch dies müsse mit Augenmaß entschieden werden. Dafür sei eine Marktanalyse als Grundlage notwendig. Die Fördersätze dürften nicht alle halbe Jahre geändert werden. Der Solarmarkt brauche zudem einen ausreichenden Anreiz für die Installation neuer Anlagen, sagte Gönner.

Ähnlich wie die Politikerin äußerten sich auch Wissenschaftler aus der Solarbranche am Wochenende. Der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg warnte davor, die Photovoltaik-Fördersätze drastisch zu senken. Dies käme einem „Anti-Konjunkturprogramm“ gleich, sagte Eicke Weber dem SPIEGEL. Wenn die Einspeisevergütung für Sonnenstrom sinke, könnten billige Solaranlagen aus Fernost ihren ohnehin schon vorhandenen Preis-Leistungs-Vorteil stärker ausspielen. Die deutschen Firmen würden noch mehr Marktanteile verlieren. Der FDP-Vorschlag zur Senkung der Einspeisevergütung sei nicht durchdacht. Der Steuerzahler würde nur wenig entlastet. Die Dummen wären all jene Bürger, die kürzlich erst eine Solaranlage geordert und einen Finanzierungsplan aufgestellt haben, aber erst 2010 ans Netz gehen können, so Weber weiter.

DGS gegen Umwelt- und Sozialstandards im EEG

"Die deutschen Solarunternehmen verdienen derzeit so gut wie kein Geld, weil die Nachfrage so stark eingebrochen ist", sagte Jörg Sutter, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche. Er sprach sich entschieden sowohl gegen eine Kürzung der Solarförderung als auch die Aufnahme von Umwelt- und Sozialstandards in das EEG aus. Dies hatte Solarworld-Chef Frank Asbeck jüngst gefordert. Ebenso hatte er vorgeschlagen, die Photovoltaik-Förderung im kommenden Jahr um 15 Prozent und damit etwas stärker als im EEG vorgesehen zu senken. Aus Sicht der DGS sollte das Gesetz nicht mit weiteren Details überfrachtet werden. „Die deutschen Hersteller müssen durch Qualität, längere Garantien und besseren Service punkten", sagte Sutter. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.