Konzentration auf den Markt

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Die Freude über den Innovationspreis blieb nicht lange ungetrübt: Wenige Tage nach der Preisverleihung meldete sich Concentrix-Wettbewerber Solartec aus München zu Wort und warf den Freiburgern vor, eine vom Ioffe-Institut in St. Petersburg bereits vor Jahrzehnten entwickelte Technologie als Neuheit ausgeben zu wollen (siehe hierzu auch PHOTOVOLTAIK 01 / 2008, Seite 38 / 39).

Tatsächlich konnte man die Pressemitteilung zur Preisverleihung so verstehen, als hätten Concentrix und das Fraunhofer ISE, aus dem heraus Concentrix im Jahr 2005 gegründet wurde, alles alleine erfunden. Auf Nachfrage bestreitet Concentrix-Geschäftsführer Hansjörg Lerchenmüller die Verdienste des Ioffe-Instituts zwar nicht, weist aber den Vorwurf des Plagiats zurück: Am Ioffe-Institut seien zwar die festkörperphysikalischen Grundlagen für die Entwicklung der Stapelsolarzel len geschaffen worden, die heute von den meisten Anbietern von Konzentratormodulen eingesetzt würden, aber auch andere Forschungsinstitute wie die Universidad Politécnica de Madrid (UPM) und das ISE hätten wichtige Beiträge zur Konzentratortechnik geleistet.

Details machen den Unterschied

Das ISE selbst reagierte auf den Vorwurf von Solartec mit der Präzisierung, der Preis sei nicht für die Technologieentwicklung verliehen worden, sondern „für die herausragende Leistung, eine vielversprechende, aber komplexe Technologie aus dem Labor in die Serienfertigung überführt zu haben“. Concentrix zähle „in Bezug auf Wirkungsgrad und installierte Systemleistung zu den am weitesten fortgeschrittenen Unternehmen“.

Tatsache ist, dass heute nicht nur Concentrix und Solartec, sonderen eine ganze Reihe von Unternehmen an Konzentratormodulen arbeiten und dabei zum Teil ähnliche Komponenten und Fertigungstechniken verwenden (siehe Kasten). Unabhängig von der Bewertung, wer nun am innovativsten ist, zeigt die Kontroverse daher vor allem eines: Die Technik hat gute Chancen, in den nächsten Jahren ordentliche Renditen einzufahren, und das Wettrennen um die besten Plätze hat begonnen. Die nötigen finanziellen Mittel für den Auf- und Ausbau der Produktion sicherte sich Concentrix über eine Beteiligung des Investors Good Energies, der bereits an Q-Cells und weiteren PV-Unternehmen Beteiligungen hält, während Konkurrent Solartec im Laufe des Jahres den Gang an die Börse plant.

Vom Weltraum auf die Erde

Die Konzentratortechnik, die Concentrix einsetzt, basiert auf einem einfachen physikalischen Prinzip: Über der Solarzelle wird in einigen Zentimetern Abstand eine flache Sammellinse, die so genannte Fresnel-Linse angebracht, die das einfallende Sonnenlicht über einen großen Winkelbereich „einfängt“ und auf die Zelle bündelt, welche im Brennfleck der Linse positioniert wird. Eine rechteckige Anordnung vieler Linsen-Zell-Einheiten – bei Concentrix sind es 150 – bildet ein Modul. Da ein einzelnes Modul nur eine geringe Leistung – bei Concentrix knapp 50 Watt – erreicht, werden wiederum eine Vielzahl von Modulen auf einer Nachführeinheit (Tracker) zusammengeschaltet.

Die spezielle Optik ist aber nur die halbe Miete: Wichtig für die Erzielung hoher Wirkungsgrade ist die Wahl der richtigen

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Überblick Konzentratorzellen

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