Die Entdeckung Amerikas

Die zunehmende Globalisierung der Branche und das Marktwachstum lassen die Zahl der Fachmessen und -kongresse für Solartechnik auch in den USA nach oben schießen. Neben Veranstaltungen wie der Solar Power in San Diego, der IEEE-Photovoltaic Specialists Conference und der neuen PV America in Philadelphia gibt es ein weiteres Highlight: Vom 15. bis 17. Juli öffnet die Intersolar North America gemeinsam mit der SEMICON West im Moscone Center in San Francisco ihre Türen. Ganz so groß wie in München wird die erste Intersolar in den USA sicherlich nicht sein. Doch mit mehr als 10.000 erwarteten Besuchern und über 200 angemeldeten Ausstellern aus der Solarbranche, davon 50 Prozent aus dem Ausland, stehen die Ampeln zumindest für eine gelungene Premiere auf Grün.

Die Intersolar North America findet in einer der drei Hallen des 60.000 Quadratmeter großen Moscone Centers statt. Die Besucher haben jeweils freien Zugang zu einer der beiden Fachmessen. Für die Teilnahme am Tagungspogramm der Intersolar müssen allerdings gesonderte Eintrittskarten gelöst werden. Angeboten werden beispielsweise Seminare zu Concentrating Solar Technologies and Markets oder eine Solar Material, Equipment and Technology Conference SMET 2008, zu der die Berliner Solarpraxis gemeinsam mit dem VDMA Verband Photovoltaik Equipment, der Solar Promotion und der SEMI Europe einladen. Die Konferenz feierte bereits auf der Intersolar 2008 in München ihren gelungenen Auftakt mit über 180 Teilnehmern. Im Fokus stehen neueste technische Entwicklungen, Qualitätssicherung sowie Markttrends. Der internationale Halbleiter- und Mikro elektronikverband SEMI ist der Veranstalter der SEMICON West, die mit 1.200 Ausstellern den Großteil der Messefläche im Moscone Center belegt. SEMI organisiert bereits zahlreiche Photovoltaikkongresse wie die PV Japan und das PV Fab Manager Forum. „Genauso wie die Halbleiterindustrie könnte die Solartechnik in Zukunft ein wichtiger und allgegenwärtiger Bestandteil des modernen Lebens werden“, sagt Stanley Meyer, Präsident und CEO von SEMI. „Schon heute ist die PV weltweit eines der größten und am schnellsten wachsenden Technologiefelder. Beiden Branchen liegen außerdem dieselben Technologien zugrunde. Da bereits heute fast 20 Prozent der SEMI-Mitglieder auch im Bereich der Photovoltaik aktiv sind, ist es nur folgerichtig, die SEMICON West und die Intersolar parallel durchzuführen und dadurch Synergien zu nutzen.“

Auch die Veranstalter der Intersolar, die Pforzheimer Solar Promotion und die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) betonen die Vorteile der Zusammenarbeit. „Hierdurch können wir beide Messen stärken“, sagt Markus Elsässer, Geschäftsführer der Solar Promotion. „Die Besucher und Aussteller bekommen die Möglichkeit, sich noch breiter zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Geschäftskontakte zu knüpfen.“ Anspruch der Intersolar ist es, die gesamte Industrie mit ihren Herstellern, Zulieferern, Händlern und Dienstleistern zu vertreten. Dazu gehören die Anbieter von PV-Modulen, -Zellen und -Wechselrichtern ebenso wie die Lieferanten von Produktionstechnik. Im Bereich Solarthermie werden Anwendungen und Produkte für Heizungsanlagen, Prozesswärme und solare Kühlung präsentiert. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Bereich solares Bauen.

Ein Blick in die Ausstellerliste zeigt allerdings, dass zumindest viele international bekannte Zell-, Modul- und Wechselrichterhersteller sich bisher nicht für eine Teilnahme an der neuen Fachmesse entschieden haben – oder wenn, dann eher auf Sparflamme. „Wir warten mal ab, wie es das erste Mal läuft, eh wir entscheiden, ob wir nächstes Jahr größer einsteigen“, sagt – wie viele andere – auch die Sprecherin von Solarworld USA Anne Schneider. Man darf gespannt sein, ob der Premierenstart trotz grüner Ampel auch wirklich gelingt.