Wie dreht man eine öffentliche Meinung um?

31. Januar 2013 | Meinung

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Der Weihnachtsbaum war noch nicht abgeschmückt, der Schein der Silvesterraketen gerade verglüht, da begann er bereits wieder von vorne, der mediale Angriff auf die Photovoltaik und das EEG. So wie die drei bis vier Jahre zuvor auch „Horrorpreise durch Rekordzubau“ schallte es durch den gesamten Blätterwald, damit auch ins letzte Hirn dringen möge, dass der Anstieg des Strompreises zum Jahreswechsel ausschließlich und nur aufgrund der entsetzlich vielen neuen Solarstromanlagen und den so überhöhten Vergütungszahlungen an all die gierigen Solaranlagenbetreiber Deutschlands verursacht seien.

Einen Rekordzubau gab es tatsächlich  - trotz Solarausstiegsbeschluss und den damit verbundenen über 30.000 verloren gegangenen Solararbeitsplätzen. Wie war das möglich? 

Während die Marktsegmente der kleinen und mittleren Anlagen bereits ab April mächtig ausgebremst wurden und Stornos in den Auftragsbüchern die Regel waren, wurde Solarparks noch eine Frist bis zum 30. September gewährt. Solarparks, die den Zubau deutlich schneller antreiben können als kleine Anlagen unzähliger Familien oder Landwirte, erlebten einen unvergleichlichen Boom. Und so konnten aus regierungspolitischer Sicht gar zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Das Zerschlagen eines beträchtlichen Teils der Solarbranche bei gleichzeitig hohem Zubau, der mittels zubauabhängiger Degression von November bis Januar eine weitere Kürzung von 7,5 Prozent ermöglichte, die für die ohnehin geschwächte Solarbranche eine zusätzliche Herausforderung darstellt. 

Jetzt kommt das Erstaunliche: Ebenfalls Anfang Januar wurden von den Übertragungsnetzbetreibern die Zahlen des Jahres 2012 veröffentlicht. Diesen kann man auf die letzte Kommastelle entnehmen, wie viel Geld in Form von Vergütungszahlungen an alle EEG-Anlagenbetreiber im Jahr 2012 geflossen sind. Es sind (vorläufiges Ergebnis):  16.621.170.295,30 Euro. Ebenfalls den Originalzahlen der Übertragungsnetzbetreiber zu entnehmen, ist die Summe, die im Jahr 2011 an alle EEG-Anlagenbetreiber ausbezahlt wurde. Diese ist der Jahresrechnung 2011 entnehmbar und betrug 16.369.030.162,63 Euro. Jeder nehme bitte seinen Taschenrechner und rechne die prozentuale Steigerung aus, die selbst mit einem Rekordzubau neuer Photovoltaik-Anlagen nur marginal bleibt: 1,54 Prozent! Bitte auf der Zunge zergehen lassen. Trotz Photovoltaik-Rekordzubaus im Jahre 2012 war die Gesamtsumme aller ausbezahlten Vergütungen an EEG-Anlagenbetreiber nur um 1,54% höher als im Jahr davor! 

Stand das in den Zeitungen? Gab es verwundertes Nachfragen, wie das sein kann, dass die EEG-Umlage, die doch in ihrer Ursprungsidee genau dieser Auszahlungssumme umgelegt auf alle Stromkunden entsprechen sollte, hingegen um 46 Prozent steigt? Aus 1,54 Prozent werden 46 Prozent? Aus Stroh wird Gold? Gab es diese Nachfragen, Recherchen, Berichte? Gut, die endgültigen Zahlen werden erst Mitte des Jahres bekannt sein, vielleicht werden es drei, fünf oder auch sieben Prozent sein, aber auf keinen Fall 46 Prozent.

Gab es Hintergrundberichte, dass die wesentliche Veränderung ab Inkrafttreten der neuen Ausgleichsmechanismus, nämlich die Vermarktung der erneuerbaren Energien an der Strombörse von vorne herein gar nicht funktionieren kann? Erneuerbare Energien sind grenzkostenfrei, sie haben keine Brennstoffkosten. Die Strombörse hingegen orientiert sich ausschließlich an Grenzkosten. Grenzkostenfreie Energieträger an grenzkostenorientierten Börsen zu vermarkten, ist wie Äpfeln ein Birnensystem überzustülpen, das funktioniert nicht. Die Folge: Erneuerbare Energien werden verramscht, somit weit unter ihrem Wert verkauft. Durch die parallel neu eingeführte Methode der Differenzberechnung rast die EEG-Umlage ununterbrochen in die Höhe und wird entkoppelt von den tatsächlich entstandenen Kosten (ausbezahlte EEG-Vergütungen an alle Anlagenbetreiber). Gab es solche Hintergrundberichte?

Nahezu Fehlanzeige! Warum nicht?

Wie in dem Zeit-Artikel vom 31.08.2012 sehr treffend beschrieben war: "Leicht hat es, wessen Botschaft in eine Zeitungsschlagzeile passt – und das Wort von der Energiearmut ist besonders schlagzeilentauglich. Wer aber argumentieren, erklären, einordnen muss, der hat meist schon verloren."

Die seit zwei Jahren pausenlos verbreitete Botschaft "Solarstrom ist schuld an explodierenden Strompreisen zu Lasten der Geringverdiener" passt sehr gut in eine Schlagzeile, ist leicht zu merken, und ist mittlerweile fast in jedem Kopf gelandet. Die tatsächlichen Sachverhalte Ausgleichsmechanismusverordnung, Vermarktung erneuerbarer Energien am Spotmarkt an der Strombörse EEX, EEG-Paradoxon, Erweiterung der EEG-Ausnahmeregelung, Verdopplung der Offshore-Vergütung, Marktprämie, Liquiditätsreserve, Managerprämie, § 19 Regelung, Offshore-Haftung usw. usw. hingegen nicht. Das ist zu sperrig.

Auffällig ist, dass bei dem Stichwort Energiearmut stets vom Strompreis die Rede ist, ungeachtet der Tatsache, dass die Strompreise seit 1998 um 50 Prozent, die Erdgaspreise hingegen um 100 Prozent und die Heizölpreise sogar um 300 Prozent gestiegen sind. Der mediale Fokus liegt stets auf dem Strompreis, der durch die EEG-Umlagensteigerung (wir erinnern uns: 46 Prozent statt 1,5 Prozent) durch die Decke schieße ….. Dieses Thema hat es im Dezember 2012 gar im Deutschlandtrend des ARD bereits auf Platz 1 der für die Deutschen wichtigsten Themen geschafft. Frage: Gibt es beim Erdgas oder Heizöl eigentlich auch Kleinerzeuger, die in Summe eine beträchtliche Konkurrenz bilden und empfindlichen Verlust an Marktanteilen für bislang marktbeherrschende Konzerne bewirken können? Jeder mag sich auf diese Frage selbst eine Antwort geben.

Medien bestimmen die öffentliche Meinung und machen Politik. Gleichzeitig  geraten Printmedien aufgrund zunehmender Online-Konkurrenz und abnehmender Abonnentenzahl verstärkt in die wirtschaftliche Abhängigkeit von Anzeigenkunden und wird  Journalismus immer häufiger durch PR abgelöst.

Die Originalunterlagen der Düsseldorfer Kommunikationsagentur, die die Herbeiführung der Laufzeitverlängerung medial vorbereitete, sind ein eindrucksvolles Dokument über Vielfalt und Kosten angwandter PR-Mittel. Man sollte nicht dem naiven Glauben verfallen, dass die Methoden "zur Abwehr der Photovoltaik" andere sind.

Wem ist denn bekannt, dass die Lobbyorganisation INSM, die ab September 2012 eine Themenkampagne zur Abschaffung des EEGs und Einführung eines Quotenmodells begonnen hat, mit sogenannten  Medienpartnerschaften arbeitet? Bisher gab es Medienpartnerschaften zwischen der INSM und der Financial Times Deutschland, der Wirtschaftswoche, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dem Focus, dem Handelsblatt und der Fuldaer Zeitung. 

Oder wussten Sie, dass die Presseagentur dpa über eine Tochterfirma ausgerechnet mit der PR-Agentur eine gemeinsame Firma hat, die bis zum Jahr 2010 die Schlüsselrolle bei sämtlichen INSM-Kampagnen spielte und kreative Konzepte ausgearbeitet hat, um ökonomische Einzelinteressen von Auftraggebern mittels Kreativkonzepte und allumfassende Informationsflut über alle Kanäle als alternatives Gemeinwohlinteresse in die Öffentlichkeit zu bringen? Auch wenn diese Zusammenarbeit maßgeblich Imagekampagnen zu neuen Produkten betrifft. Ein Geschmäckle bleibt.

Die dpa beliefert als Presseagentur wiederum sämtliche überregionalen und regionalen Zeitungen mit Informationen und in Zeiten von Geldmangel und Personalknappheit schreibt auch gerne mal der eine vom anderen ab. Einheitsschlagzeilen sind die logische Folge. 

Die verwendete Sprache spielt bei der PR-Informationsverbreitung eine besonders wichtige Rolle. Bei einem Ausflug in die Kommunikationswissenschaft lernt man den Begriff „Framing“ kennen.

Das Framing, in den eine sachliche Information eingebettet wird, kann die Befindlichkeit und Motivationslage eines Gegenübers beeinflussen. So kann eine Information ganz unterschiedlich formuliert werden und dadurch ganz verschiedene Reaktionen hervorrufen. 

So wird aus einem vertragswidrigen Ausstieg aus einem bestehenden Atomausstiegsbeschluss eine „Brückentechnologie zum Einstieg in das Solarzeitalter“. Das Zerschlagen der Photovoltaik-Branche wird in den Medien das nonstop wiederholte „die Solarenergie zu einem gesunden Wachstum zurückführen, um die Energiewende zu retten“ , aus den zigtausenden unterschiedlichen PV-Anlagenbetreibern werden tagtäglich in den Schlagzeilen „übersubventionierte PV-Millionäre“, aus den Strompreissteigerungen wird der flächendeckend plakatierte „Strompreishorror“. Typisches Kommunikationsmuster ist es, positiv besetzte Begriffe neu zu besetzen und einen anderen, meist genau gegenteiligen Sinn zu verleihen. Ebenso werden durch Fakten und Zahlen belegbare  Argumente mit negativ besetzten Begriffen des „negative campaignings“ diskreditiert („Augenwischerei“, „Schönrechnerei“, „einseitige Sichtweise“, „Verschwörungstheorie“, „Propaganda“, Lobbyismus), ohne inhaltlich Stellung zu nehmen, stattdessen werden die Framing-Begriffe innerhalb eines PR-Projekts permanent und gebetsmühlenartig über alle Kanäle wiederholt.

Das funktioniert wunderbar! Stopp - zumindest solange, bis nicht immer mehr Menschen beginnen, genauer hinzuschauen, zu hinterfragen, zu recherchieren, selbst nachzurechnen und nachzuhaken.

Es ist Zeit, genau dies zu tun!

Nur so ist es möglich, der Medienbranche zu dem Weg zurück zu verhelfen, der ihre eigentliche, ursprüngliche Aufgabe ist: Sauberer, gut recherchierter Qualitätsjournalismus als demokratisches Korrektiv. Solcher Journalismus ist jede Münze wert!

- Tina Ternus ist Mitgründerin des photovoltaikbüros, das Endkunden unabhängige Beratung bietet, Bürgerkraftwerke projektiert sowie Gutachten und Fehleranalysen bei Mindererträgen erstellt. -

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Marco Lamsouguer aus Dresden | http://Www.ae-photonics.com

Freitag, 22.02.2013 20:59

Guten Abend zusammen, viel hinzuzufügen gibt es nicht. Es ist an der Zeit die Dinge zu verändern. Da die Energie der wichtigste Wachstumsmotor ist und die Wende nicht mehr aufzuhalten ist, bin ich [...]

Hans Fischer aus Saarbrücken

Freitag, 01.02.2013 23:52

Ob Herr Altmeier jetzt schon eine Reaktion in Bezug auf mögliche Stimmenverluste im September vorliegen hat, wenn ist alles in kürzester Zeit wieder auf Anfang. Ich denke, dass der überwiegende Teil [...]

Hans-Konrad Weis aus Wassenach

Freitag, 01.02.2013 17:16

Wirklich interessanter Bericht über die "angebliche" extreme Strompreissteigerung durch die Photovoltaik. Genauer hinschauen und nachhaken lohnt sich eben immer!

Hans-Peter Gäßler aus Korb | http://www.ebrmn.de

Freitag, 01.02.2013 14:36

"Hutab" - sehr guter Artikel zur generellen Lage und der Situation innerhalb der Medien. Es wäre schön, wenn das Wort "investigativer Journalismus" wieder die Oberhand gewinnen würde.

Tina Ternus aus Rüsselsheim | http://www.pvbuero.de

Freitag, 01.02.2013 12:40

@Thorsten Zoerner aus Mauer ja, ich weiß genau, was Sie meinen, das hängt davon ab, ob Sie die vorläufigen Zahlen nehmen, die immer Anfang Januar veröffentlicht werden und in dieser großen Tabelle [...]

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Kommentare 1 - 9 von 9

Marco Lamsouguer aus Dresden | http://Www.ae-photonics.com

Freitag, 22.02.2013 20:59

Guten Abend zusammen,

viel hinzuzufügen gibt es nicht.
Es ist an der Zeit die Dinge zu verändern.
Da die Energie der wichtigste Wachstumsmotor ist und die Wende nicht mehr aufzuhalten ist, bin ich Stolz ein Teil des Auslösers gewesen sein zu dürfen.
PV ist ein Selbstläufer geworden welcher nicht mehr wegzudenken ist.
Die Subventioenen waren notwendig um die Industrie auf den heutigen Stand zu bringen, notwendig sind sie nicht mehr.
Laßt uns weiterarbeiten, ob mit alten oder neuen Vehikeln, um die Wende weiter voranzutreiben.
Ob mit oder ohne die Politik.

Hans Fischer aus Saarbrücken

Freitag, 01.02.2013 23:52

Ob Herr Altmeier jetzt schon eine Reaktion in Bezug auf mögliche Stimmenverluste im September vorliegen hat, wenn ist alles in kürzester Zeit wieder auf Anfang.
Ich denke, dass der überwiegende Teil der Anlagen besonders die großen Solarparks von Banken finanziert werden. Der Einfluss der Investoren und der Banken auf die Politik ist nicht zu unterschätzen. Würde es sich nur um Anlagen privater Haushalte handeln wären die Vergütung schon längst reduziert.

Hans-Konrad Weis aus Wassenach

Freitag, 01.02.2013 17:16

Wirklich interessanter Bericht über die "angebliche" extreme Strompreissteigerung durch die Photovoltaik. Genauer hinschauen und nachhaken lohnt sich eben immer!

Hans-Peter Gäßler aus Korb | http://www.ebrmn.de

Freitag, 01.02.2013 14:36

"Hutab" - sehr guter Artikel zur generellen Lage und der Situation innerhalb der Medien. Es wäre schön, wenn das Wort "investigativer Journalismus" wieder die Oberhand gewinnen würde.

Tina Ternus aus Rüsselsheim | http://www.pvbuero.de

Freitag, 01.02.2013 12:40

@Thorsten Zoerner aus Mauer
ja, ich weiß genau, was Sie meinen, das hängt davon ab, ob Sie die vorläufigen Zahlen nehmen, die immer Anfang Januar veröffentlicht werden und in dieser großen Tabelle der Konten-Übersicht eeg-kwk.net bei "Daten und Einnahmen ...." als Jahreswert hinten zu finden sind oder die endgültige Zahl, die dann im Sommer, meist Juni/Juli abschließend unter den Jahresabrechnungen (links ein weiterer Menüpunkt bei eeg-kwk.net) veröffentlicht ist. Liegen schon Jahresrechnungen vor, ist die Jahresendrechnung des betrachteten Jahres natürlich der aktuellste Stand. Diese habe ich für das Jahr 2011 vorliegen. Für 2012 ist im Augenblick die aktuellste Zahl die in "Daten und Einnahmen .... 2012" von mir genannte Zahl. Die Differenz beträgt augenblicklich 1,54%. Dass das noch um einige Prozent abweichen kann beim endgültigen Wert, habe ich ja in meinem Artikel beschrieben. Endgültig wissen wir also erst Juni/Juli 2013, wenn die endgültige Jahresabrechnung 2012 vorliegt.

Logischerweise ist es schwierig, zum 3. Januar schon alle Zahlen parat zu haben von allen Anlagen, die bis zum 31. Dezember abends vielleicht grad noch ans Netz gegangen sind. Daher der Unterschied der vorläufigen Zahlen zu den endgültigen Zahlen der Jahresabrechnung. Eine leichte Erhöhung der Werte der vorläufigen Zahlen zu den endgültigen Zahlen ist normal, es differiert um wenige Prozent. So werden aus den jetzigen 1,54% nach der Veröffentlichung der Jahresabrechnung im Sommer dann vielleicht noch 5 oder 7%, aber auf keinen Fall 46%!

Die von Ihnen genannte Differenz von 5,8%, die ich übrigens im Vorfeld in gleicher Höhe errechnete, erhält man, wenn man sowohl für 2011, als auch 2012 die Tabellen "Daten und Einnahmen ....", aus der Kontenübersicht heranzieht. Also für BEIDE Jahre nur das vorläufige Ergebnis. Für 2011 haben wir aber doch schon genauere Zahlen, nämlich die aus der Jahresabrechnung. So erklärt sich der Unterschied zwischen Ihrer und meiner Zahl. Ist kein Rechenfehler, war bei Ihnen nur die ältere Tabelle mit den vorläufigen Zahlen.

Ich hoffe, es sind hier jetzt nicht alle endgültig verwirrt. Stünden Sie vor mir, hätte ich es Ihnen am Rechner schnell gezeigt. Mit Worten ist das umständlicher, sorry.

Sebastian Willkommen aus Dresden | http://www.awes.de

Freitag, 01.02.2013 10:54

Sehr schöner Artikel, der es sehr gut auf den Punkt bringt.
Er ist zwar zu Photovoltaik geschrieben, gilt aber Themenübergreifend!
Sehr schönes Schlussplädoyer.
Danke dafür.

Thorsten Zoerner aus Mauer | http://blog.stromhaltig.de/

Freitag, 01.02.2013 02:07

Ich vermute einen kleinen Rechenfehler (bzw. den Vergleich zweier unterschiedlicher Rechnungen) bei der Bestimmung der 1,5 Prozent oben. Beim Beitrag in meinem Blog komme ich auf 5,7%. Ansonsten teile ich zu 100% die Kritik an der Berichterstattung und besonders der PR-Maschine die von vielen Seiten gut geölt scheint.

Cornelia Daniel aus Wien | http://www.dachgold.at

Donnerstag, 31.01.2013 20:04

Wie viel der Kommentar wohl der Agentur gekostet hat? Das würd mich echt mal interessieren. Hat da jemand Erfahrungen?

Ich kann das ganze ja nur von außen betrachten und Deutschland ist sehr wohl noch ein Vorbild. Man muss sich auch ansehen, warum die Systeme in den anderen Ländern gescheitert/schlecht umgesetzt wurden. Wenn man so blöd ist und in Spanien die selben Tarife zahlt wie in Deutschland entsteht da natürlich eine Blase. Auch in Italien war das Raubrittertum mit am Werk, was nicht unbedingt förderlich für die Branche war. Deutschland sollte meiner Meinung nach in alle Ewigkeit von Entwicklungszahlungen in die dritte Welt befreit werden, da nur durch diese enorme Einmalinvestition eine billige Energiequelle für die ganze Welt geschaffen wurde. An dieser Stelle ein hochofizielles Dankeschön an die deutschen Stromkunden. Wie die Autorin auch richtig gesagt hat, sind die Preissteigerungen in anderen Bereichen wie Heizung und Verkehr um ein vielfaches bedenklicher. Komischerweise gibt's da keinen Aufschrei, weil dort nicht die Erneuerbaren verantwortlich gemacht werden können. Ich würde ja wirklich liebend gerne 5ct mehr für den Strom zahlen, wenn wir dafür ein ähnliches EEG hätten...

Eduard Koslowski aus Osnabrück

Donnerstag, 31.01.2013 12:11

Don Quijote – Der mediale Sieg im eigenen Hause?

Die Autorin schreibt über die Zahlen der EEG-Umlage und man könnte fast den Eindruck bekommen, dass die Photovoltaik mit diesen Kosten überhaupt nichts zu tun hätte. PR-Kampagnen und Lobbyorganisationen setzen der PV-Branche gezielt zu und dabei ist sie vom gleichen Genre – nur pro Photovoltaik. Es taucht überraschend der Begriff „Quotenmodell“ auf, aber was dieser bedeutet und welche Idee dahinter steckt, verschweigt sie (natürlich). So bleibt bei mir das Geschmäckle über: Hier wirft jemand mit Steinen, der im Glashaus sitzt.

Sachkundiges über den Tellerrand blicken und sich ernsthaft mit den (berechtigten) Vorwürfen der EEG- und PV-Kritiker zu befassen wäre angebrachter. Unabhängige Fachleute – sowohl von der Politik, den Konzernen oder der Industrie – empfehlen für die Umsetzung der Energiewende ein effizientes, wettbewerbskonformes und verteilungspolitisch steuerbares Modell. Nur: Dieses Modell würde die deutlichen Kostennachteile der Photovoltaik gegenüber anderen Erneuerbaren Energien sichtbar machen und das passt logischerweise nicht in das einseitige Weltbild von Frau Ternus. Wie selbstverständlich werden in dem Beitrag auch die verteilungspolitisch bedenklichen Umverteilungseffekte der EEG-Umlage ausgeblendet. Die Liste der Probleme und der damit verbundenen Zusatzkosten, die der ungesteuerte Zubau der Erneuerbaren Energien (auch der PV) verursacht, ließe sich noch wesentlich erweitern, wenn man alleine nur an die (lokalen) Übertragungsnetze denkt.

International betrachtet stellt das deutsche Modell der Solarförderung ebenfalls kein Vorbild (mehr) dar. Länder wie Italien haben sich aus Kostengründen von der Förderung ganz verabschiedet und die weiteren wichtigen PV-Länder wie z.B. die USA, China, Indien usw. haben entweder eine Form des Quotenmodells, Auktionsverfahren oder der kontrollierten Förderung (z.B. China).

So schmort die deutsche Photovoltaik im eigenen Saft und wundert sich, wenn sie bei den Medien wie Wirtschaftswoche, Frankfurter Allgemeinen, Focus, Handelsblatt usw. schlecht wegkommt.

P.S.: Ich gehöre weder den im Beitrag angegebenen Lobbyorganisationen, PR-Agenturen oder politischen Partei noch einer sonstigen Verschwörungsgemeinschaft gegen die Photovoltaik an.

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