Produktion von Solarzellen

In der Erneuerbare-Energien-Branche sind viele Jobs verloren gegangen, vor allem im Bereich Photovoltaik.
Foto: Solarworld

Weniger Beschäftigte in der Erneuerbare-Energien-Branche

19. September 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Die Zahl der Beschäftigten im Bereich der erneuerbaren Energien ist 2013 gesunken, vor allem in der Photovoltaik-Branche. Das teilte die Bundesregierung auf schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Die Linke) mit.

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Um die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen im Bereich der erneuerbaren Energien drehten sich mehrere schriftliche Fragen, die die Bundestagsabgeordnete Caren Lay (Linke) an die Bundesregierung richtete. Aus den Antworten von Rainer Sontowski, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, geht jetzt hervor, dass die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit den Bereich der erneuerbaren Energien nicht einzeln abbildet. Sontowski verweist jedoch auf die Abschätzung eines Forschungskonsortiums, bestehend aus der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) sowie der Prognos AG. Demnach sei die Anzahl der Beschäftigten im Bereich erneuerbarer Energien von 399.800 Beschäftigten im Jahr 2012 auf 371.400 im Jahr 2013 zurückgegangen. Vor allem in der Photovoltaik-Branche habe es Arbeitsplatzverluste gegeben, dort sei die Zahl der Beschäftigten von 100.300 im Jahr 2012 auf rund 56.000 im Jahr 2013 gesunken. In der Windbranche habe sich die Zahl der Beschäftigten jedoch von 121.800 im Jahr 2012 auf 137.800 im Jahr 2013 erhöht.

Für den Rückgang im Bereich Photovoltaik nennt der Staatssekretär zwei wesentliche Faktoren. Zum einen habe der Ausbau der Kapazitäten zur Herstellung von Solarzellen und -modulen, insbesondere in Asien, zu wachsendem Wettbewerbsdruck auch auf die deutschen Hersteller geführt. Zum anderen sei das hohe Beschäftigungsniveau im Jahr 2012 auf einen Photovoltaik-Zubau zurückzuführen gewesen, der wegen sehr hoher Renditen weit über dem anvisierten Zielkorridor des EEG gelegen habe. Mit der Rückführung des Zubaus in den Zielkorridor sei naturgemäß ein Rückgang der Beschäftigten einher gegangen.

Wie Sontowski weiter ausführt, ist die Zahl der Arbeitsplätze bei der Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen deutlich gesunken: von rund 89.850 Beschäftigten im Jahr 2012 auf rund 45.100 Beschäftigte im Jahr 2013. 2011 habe die Zahl der Abschätzung des Forschungskonsortiums zufolge noch bei 103.300 Beschäftigten gelegen. Wegen einer abweichenden Datengrundlage könne diese Zahl jedoch nicht ohne Weiteres mit den Werten der Folgejahre verglichen werden. Zu der von Caren Lay ebenfalls angefragten Anzahl der Betriebe im Bereich der Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen liegen der Bundesregierung Sontowski zufolge für den Zeitraum 2011 bis 2013 keine Zahlen vor. (Petra Hannen)

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Michael Stark aus Leipzig

Montag, 22.09.2014 09:09

Ein Rückgang von 50.000 Arbeitsplätzen liegt also "in der Natur der Dinge" - Danke an die Herren Röttgen, Roesler, Altmeier, Gabriel ... Sie sind die Totengräber der PV-Branche in Deutschland! Inzwischen [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

Michael Stark aus Leipzig

Montag, 22.09.2014 09:09

Ein Rückgang von 50.000 Arbeitsplätzen liegt also "in der Natur der Dinge" - Danke an die Herren Röttgen, Roesler, Altmeier, Gabriel ... Sie sind die Totengräber der PV-Branche in Deutschland! Inzwischen sind es wieder mal die Chinesen, die als Investoren die Deutschen Modulfabriken kaufen. So zeigt sich, dass auch die von Herrn Asbeck initiierten Zwangszölle ein Flop sind. Wäre sich doch die Solarbranche in den letzten Jahren mal einig gewesen ... Wo ist eigentlich der BSW-Solar abgeblieben?

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