Wacker Chemie-Werk in den USA

Wacker hat 550 Millionen Euro in den Bau seines neuen Polysilizium-Werks in den USA investiert.
Foto: Wacker Chemie AG

Wacker Chemie kompensiert fallende Siliziumpreise mit höherem Absatz

17. März 2016 | Märkte und Trends, Topnews

Der Münchner Konzern konnte im vergangenen Jahr den Umsatz und das EBITDA-Ergebnis weiter steigern. Die Anlaufkosten für die neue Polysilizium-Fertigung in den USA werden sich in diesem Jahr auf das Ergebnis auswirken. Dennoch ist Wacker Chemie zuversichtlich, mit einem höheren Absatz die niedrigeren Verkaufspreise für Polysilizium kompensieren zu können.

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Die Wacker Chemie AG hat im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umsatz um zehn Prozent auf 5,30 Milliarden Euro steigern können. Ausschlaggebend seien höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte gewesen, teilte der Münchner Konzern am Donnerstag mit. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei leicht auf 1,048 Milliarden Euro gesteigert worden, obwohl die einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Photovoltaik-Kunden deutlich geringer ausgefallen seien als noch 2014. Umsatz und EBITDA-Ergebnis hätten dabei über den Erwartungen gelegen. Die Zahlungen aus der Solarindustrie seien binnen Jahresfrist von 206,3 auf 137,6 Millionen Euro zurückgegangen, hieß es weiter. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei um rund 30 Millionen auf 473,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Unter dem Strich habe Wacker Chemie ein um knapp 25 Prozent höheres Konzernergebnis mit 241,8 Millionen Euro erreichen können.

Das Chemiegeschäft macht etwa zwei Drittel des Umsatzes und die Hälfte des EBITDA-Ergebnisses des Münchner Konzerns aus. Es soll 2016 weiter ausgebaut werden. Daneben ist Wacker Chemie einer der größten Produzenten von Polysilizium weltweit. Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller mit den sinkenden Verkaufspreisen von Polysilizium zu kämpfen. Deutlich höhere Absatzmengen hätten für eine 1-prozentige Umsatzerhöhung auf 1,06 Milliarden Euro in diesem Segment gesorgt. Das EBITDA-Ergebnis von Wacker Polysilicon sei aufgrund der geringeren Sondererträge allerdings deutlich von 537 auf 402,4 Millionen Euro zurückgegangen.

Trotz des eher schwierigen Marktumfelds entschied sich Wacker Chemie zum Ausbau seiner Kapazitäten mit dem neuen Werk am US-Standort Charleston in Tennessee. Rund 550 Millionen Euro und damit 65 Prozent der Gesamtinvestitionen aus 2015 hat Wacker Chemie nach eigenen Angaben dort investiert. „Die Anlaufkosten am neuen Standort Tennessee beeinflussen in diesem Jahr unser Ergebnis, wir rechnen aber dennoch mit einem leichten Plus beim Umsatz und beim bereinigten EBITDA“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Erfreulich sei, dass sich die Polysiliziumpreise seit Januar stabilisiert und sogar leicht angestiegen seien.

Für das laufende Jahr rechnet Wacker Chemie aufgrund der neuen Fabrik in den USA mit einem weiter wachsenden Polysilizium-Absatz – gerade vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Photovoltaik-Nachfrage. Allerdings werden trotz Mengenwachstums wegen der niedrigeren Preise nur mit einem geringen Umsatzplus gerechnet. Zudem werde das EBITDA-Ergebnis wegen der Anlaufkosten für das Werk in den USA und der geringeren Sondererträge aus der Solarindustrie nochmals deutlich zurückgehen, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)

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