US-Handelsministerium in Washington

Das US-Handelsministerium überprüft alljährlich die geltenden Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für Photovoltaik-Produkte aus China.
Foto: U.S. of America Department of Commerce

USA: Vorläufige Berechnungen ergeben höhere Zölle für Canadian Solar

09. Januar 2017 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Bei der aktuellen Überprüfung der seit 2012 geltenden Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle blieben die Tarife für die chinesischen Zellhersteller ansonsten etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Es wird erwartet, dass nur wenige große chinesische Photovoltaik-Hersteller die Importzölle am Ende zahlen werden.

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Die Internationale Handelsbehörde (ITA) des Handelsministeriums in Washington hat Ende Dezember die vorläufigen Ergebnisse ihrer jährlichen Überprüfung der Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für chinesische Zellhersteller veröffentlicht. Die Zölle für in China gefertigte Solarzellen und Solarmodule waren 2012 verhängt worden. Bei der dritten Überprüfung fordert ITA nun eine leichte Anpassung der zuvor geltenden Zölle. Die Rate für Anti-Dumping beziffert die Behörde mit 8 bis 30 Prozent – nach zuvor sechs bis zwölf Prozent. Die Anti-Subventionsrate liegen zwischen 12 und 21 Prozent, nach 19 Prozent im Vorjahr.

Es bleibt abzuwarten, wie die Höhe der kombinierten Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für in China gefertigte Solarzellen konkret ausfallen wird. Es steht zu erwarten, dass die neuen Zollsätze zwischen 20 und 51 Prozent liegen werden, wobei die Höhe der Importzölle für die meisten chinesischen Hersteller rund 31 Prozent betragen dürfte.

Dies gilt allerdings nicht für Canadian Solar. Der chinesisch-kanadische Photovoltaik-Hersteller war diesmal für die Untersuchung ausgewählt und geprüft worden. In der Folge sieht ITA nun einen kombinierten Importzoll für Solarzellen von Canadian Solar aus China von 51,4 Prozent vor. Im vergangenen Jahr war Canadian Solar noch mit der Standardrate für die großen Hersteller von rund 30 Prozent dabei. Trina Solar kann nach der den vorläufigen Berechnungen mit niedrigen Zöllen rechnen. Mit der Anti-Dumping-Marge von 7,7 Prozent und einer Anti-Subventionsmarge von 12,5 Prozent sollte bei simpler Addition der kombinierte Zoll bei gut 20 Prozent liegen. Dies wären etwa fünf Prozent weniger als die 25,3 Prozent aus dem vergangenen Jahr.

Eine endgültige Entscheidung zu den neuen Zollsätzen wird in den kommenden 120 Tagen erwartet. Dabei werden die Tarife für einige Hersteller separat angegeben, darunter die größten Produzenten. Für die Zellhersteller aus der zweiten und dritten Reihe bleiben die kombinierten Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle wohl unverändert bei den zuvor geltenden 260 Prozent.

Neben Solarzellen gibt es in den USA auch Zölle für die Einfuhren kristalliner Solarmodule aus China. Hierfür waren nach der Überprüfung 2014 höhere Zollsätze verhängt worden. Zur Umgehung der Zollzahlungen in den USA haben viele chinesische Photovoltaik-Hersteller, darunter Canadian Solar und Trina Solar, mittlerweile Zell- und Modulfertigungen in Südostasien aufgebaut. Nach Aussage von MJ Shiao, Direktor für Solarforschung bei GTM Research, geben die chinesischen Hersteller an, dass sie in Südostasien ihre Solarzellen für ein bis zwei US-Dollarcent mehr als in ihren chinesischen Werken produzieren könnten. Die ITA-Entscheidung zu den geänderten Zollsätzen dürfte daher kaum Auswirkungen auf den US-Photovoltaik-Markt haben, wie Shiao pv magazine erklärte. (Christian Roselund/Übersetzt und bearbeitet Sandra Enkhardt)

Der Original-Artikel erschien auf pv magazine USA: New import duty calculations put higher rates on Canadian Solar

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