Photovoltaik-Anlage in Österreich

151,6 Megawatt Photovoltaik sind 2016 in Österreich neu installiert worden.
Foto: Klimafonds/Ringhofer

Ungebrochene Photovoltaik-Nachfrage in Österreich

10. Januar 2017 | Märkte und Trends, Topnews, Politik und Gesellschaft

Der österreichische Photovoltaik-Verband fordert eine Reform des Ökostromgesetzes, um mehr Fördermittel für Photovoltaik-Anlagen frei zu machen. Zu Jahresbeginn sind die Einspeisetarife für Photovoltaik-Anlagen in der Alpenrepublik um vier Prozent gesunken.

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“Auch wenn es einige in der Politik nicht wahrhaben wollen, die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen in Österreich ist ungebrochen!“ Dies erklärte Hans Kronberger, Präsident des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PVA) am Montag, nach Eröffnung des Vergabeverfahrens nach dem Windhund-Prinzip. Die zur Verfügung stehende Fördersumme sei innerhalb weniger Minuten vergeben gewesen. PVA sieht daher dringenden Handlungsbedarf bei der Reform des Ökostromgesetzes.

Zu Jahresbeginn waren die gesetzlichen Einspeisetarife für Photovoltaik-Dachanlagen zwischen 5 und 200 Kilowatt Leistung um vier Prozent auf 7,91 Cent pro Kilowattstunde abgesenkt worden. Die Tarife gelten für 13 Jahre. Aktuell steht nach PVA-Angaben für die Photovoltaik ein jährliches Förderbudget von acht Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich zum Einspeisetarif kann für die Dachanlagen ein einmaliger Investitionszuschuss beantragt werden. Er liegt dem Verband zufolge bei 40 Prozent der Installationskosten, maximal jedoch bei 375 Euro pro Kilowatt. Für noch kleinere Dachanlagen gibt es noch eine separate Förderung durch den Klima- und Energiefonds. Für die bundesweite Förderung dieser Kleinanlagen sei allerdings die Förderung noch nicht neu publiziert worden, erklärte der Verband PVA auf Nachfrage von pv magazine.

Der Verband kritisiert die gegenseitigen Blockaden der Regierungsparteien, die in den vergangenen drei Jahren eine Reform des Ökostromgesetzes verhindert hätten. „Mit einer Optimierung der Vergabe, die sich aus der dramatischen Preisreduktion für PV-Anlagen aus den letzten 8 Jahren (um etwa 70 Prozent) ergibt, könnte ohne einem Cent an Mehrkosten die installierte Leistung pro Jahr (derzeit insgesamt ca. 150 Megawatt) verdoppelt bis verdreifacht werden“, so Kronberger weiter. Dies sei auch der Politik bekannt. Kronberger kritisiert weiter, dass ohne die Reform jährlich hohe Millionenbeträge für die Solarindustrie und Photovoltaik-Interessierte in Österreich verloren gingen. Er forderte die zuständigen Ministerien „zur konstruktiven Rückkehr an den Verhandlungstisch“ auf.

In Österreich sind PVA zufolge im vergangenen Jahr 151,6 Megawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert worden. Zudem feierte die Alpenrepublik 2016 das Erreichen der Marke von einem Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung. (Sandra Enkhardt)

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