Kohlekraftwerk

Die Einführung von Kapazitätsmärkten wird seit längerem von den Betreibern fossiler Kraftwerke gefordert.
Foto: Wikimedia/Flocko

Studien: Kapazitätsmärkte sind überflüssig

18. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Das Bundeswirtschaftsministerium hat mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, um die Situation auf dem Strommarkt zu evaluieren. Die Experten halten die Einführung von Kapazitätsmärkten aus verschiedenen Gründen für überflüssig.

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"Der Strommarkt ist funktionsfähig und kann Versorgungssicherheit gewährleisten", zitiert „Spiegel Online“ aus einer der Studien, die der vom Bundeswirtschaftsministerium geleiteten AG Strommarktdesign präsentiert wurden. In zwei der Gutachten zum Strommarkt, die Consentec, Frontier Economics, Formaet und r2b Energy Consultig angefertigt haben, halten die Experten die Einführung von Kapazitätsmärkten in Deutschland daher auch für überflüssig. Hinter der Forderung nach Kapazitätsmärkten stecke nur das Bestreben der Konzerne die Laufzeiten für ihre alten, unrentablen Kraftwerke zu verlängern. Zudem seien Kapazitätsmärkte "kein geeignetes Mittel zur Reduktion der CO2-Emissionen", zitiert „Spiegel Online“ weiter. Die Gutachter führen mehrere Gründe an, warum sie Kapazitätsmärkte für überflüssig halten. So ließe sich schnell eine Infrastruktur aufbauen, wo der Verbrauch großer Stromkonsumenten an die verfügbare Menge angepasst werden könne. Stromimporte und -exporte innerhalb der EU können kurzfristig deutlich gesteigert werden und schafften mehr Flexibilität. Überdies gebe es Mechanismen mit denen Lieferanten bereits heutzutage sicherstellten, dass sie die benötigte Strommenge auch liefern könnten. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich zu den Gutachten zunächst nicht äußern.

Die fossilen Kraftwerksbetreiber fordern seit längerem die Einführung von Kapazitätsmärkten. Sie würden dann für das Vorhalten von Kapazitäten entlohnt. Derzeit laufen viele fossile Kraftwerke nur noch wenig und bringen kaum Erträge, da im Zuge der Energiewende Photovoltaik- und Windkraftanlagen viel Strom liefern und einen Einspeisevorrang haben. Energiekonzerne wie Eon und RWE haben mit dieser Begründung auch schon einige Kraftwerke, vorwiegend Gaskraftwerke, vom Netz genommen. In dem Bericht heißt es weiter, dass die Energieonzerne je nach Ausgestaltung des Kapazitätsmarktes bis zu sechs Milliarden Euro für das Bereithalten ihrer Kraftwerke kassieren könnten. Die Kosten dafür sollen auf die Stromverbraucher umgelegt werden. (Sandra Enkhardt)

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