Entwicklung der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch zwischen 2011 und 2050


Grafik: Energiereferenzprognose 2014

Studie: Bundesregierung wird Energie- und Klimaziele verfehlen

14. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium ist ein Gutachten zur Entwicklung des Energiemarktes bis 2050 erstellt worden. Darin zeigt sich, dass die Bundesregierung an vielen energiepolitischen Zielen scheitern wird, Dazu zählen die Energieeinsparung und der CO2-Reduktionen. Beim Ausbau der Erneuerbaren liegt die Bundesregierung hingegen noch über Plan.

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Die Bundesregierung hat sich 2010 ambitionierte energiepolitische Ziele für das Jahr 2050 gesetzt. Diese könnten nun bei der Energieeinsparung und dem Klimaschutz verfehlt werden, so das Fazit einer Studie, die die Institute Prognos, EWI und GWS im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt haben. So werde voraussichtlich ein Rückgang des Energieverbrauchs um 42 Prozent bis 2050 (verglichen mit 2008) erreicht, doch das selbst gesteckte Ziel liegt bei 50 Prozent. Bei den Treibhausgasemissionen sei mit einer Reduktion um 65 Prozent gegenüber 1990 zu rechnen, doch eigentlich sollten 80 Prozent weniger erreicht werden. "Begünstigend wirken hierbei unter anderem die schrumpfende Bevölkerung, der wirtschaftliche Strukturwandel sowie steigende Energiepreise“, sagt Mitautor Michael Schlesinger von der Prognos AG, „die Ziele des Energiekonzepts werden aber überwiegend nicht erreicht“.

Etwas anders sei das Bild aber beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Ihnen komme eine immer bedeutendere Rolle bei der Deckung der Energieverbrauchs zu. „Die Ausbauziele der Bundesregierung für Erneuerbare im Stromsektor werden bis 2020 sogar übertroffen“, erklärt Dietmar Lindenberger vom EWI. Hauptgrund sei die weiter ansteigende Eigenerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen außerhalb des EEG, so das Ergebnis der Studie. Die Ursache dafür sehen die Institute durch die „fortbestehende Ungleichbehandlungen von Eigenerzeugung und Stromfremdbezug bei Steuern, Abgaben und Umlagen“. Bis 2050 droht die Bundesregierung aber auch das Ausbauziel bei den Erneuerbaren von 80 Prozent Anteil am Bruttostromverbrauch zu verfehlen.

Als Konsequenz aus ihren Ergebnissen fordern die Wissenschaftler größere Anstrengungen der Bundesregierung. Die Energie- und Klimaschutzpolitik müsse dauerhaft hohe politische Priorität haben. Außerdem sollten Wirtschaft und Verbraucher ihr Verhalten stärker am Klimaschutz ausrichten und Effizienztechnologien konsequent nutzen. Außerdem halten es die Forscher für einfacher die Ziele zu erreichen, wenn es ein international abgestimmtes Vorgehen beim Klimaschutz gebe. Die Umsetzung eines solchen Zielszenarios wäre dann langfristig sogar mit gesamtwirtschaftlichen Vorteilen verbunden, so eine weitere Erkenntnis der Wissenschaftler. (Sandra Enkhardt)

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