Logistik bei Solarworld

Solarworld muss Millionen auf Lagerbestände abschreiben.
Foto: SolarWorld AG

Solarworld mit 13 Millionen Euro Abwertungen auf Lagerbestände

31. Oktober 2016 | Märkte und Trends, Topnews

Das schwierige Marktumfeld schlägt sich in den Quartalszahlen des Bonner Photovoltaik-Konzerns nieder. Solarworld schreibt roten Zahlen und hat mit Anpassungen auf den seit Beginn des zweiten Halbjahrs eingesetzten Preisverfall reagiert. Der Hersteller kann sich zugleich über einen Großauftrag aus dem Senegal freuen.

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Die Solarworld AG hat im dritten Quartal ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um etwa fünf Prozent auf 345 Megawatt gesteigert. Damit habe sich in den ersten drei Quartalen die Absatzmenge um 31 Prozent auf 1027 Megawatt erhöht, teilte der Photovoltaik-Hersteller am Freitagabend mit. Beim Umsatz sieht es nicht ganz so erfreulich aus. Mit 204 Millionen Euro habe dieser leicht unter dem Vorjahresniveau gelegen. In den ersten drei Quartalen insgesamt habe es sich aber um 20 Prozent auf 639 Millionen Euro erhöht.

Der im zweiten Halbjahr durch Überkapazitäten und Dumping chinesischer Hersteller ausgelöste weltweite Preisverfall bei Solarmodulen habe sich bereits im dritten Quartal massiv auf die Ergebnisse ausgewirkt. „Das negative Marktumfeld führte zu einem Lageraufbau“, wie der Photovoltaik-Hersteller weiter mitteilte. So habe Solarworld eine Abwertung seiner Vorräte in Höhe von 13 Millionen Euro vornehmen müssen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im 3. Quartal 2016 sei daher auch auf –12 Millionen Euro gesunken; nach einem EBITDA-Gewinn von fünf Millionen Euro im Vorjahresquartal. Noch positiv mit 7,0 Millionen Euro ist das EBITDA-Ergebnis nach den ersten neun Monaten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich analog zum EBITDA auf -25 Millionen Euro reduziert. Nach drei Quartalen des Jahres beträgt der EBIT-Verlust damit 30 Millionen Euro, wie Solarworld weiter mitteilte. Auch die Liquidität sei auf 84 Millionen Euro im dritten Quartal. deutlich zurückgegangen.

Erst in der vergangenen Woche hatte Solarworld auch seine Umsatzprognose für das laufende Jahr kappen müssen. Bereits Ende Juli erklärte der Bonner Solarkonzern, dass er auch das ursprünglich angepeilten Steigerungen beim Ergebnis im laufenden Jahr nicht erreichen werde. Für das vierte Quartal hat Solarworld zudem bereits Kapazitätsanpassungen nach unten sowie die Trennung von 500 Zeitarbeitern an seinen deutschen Produktionsstandorten Freiberg und Arnstadt verkündet. Solarworld bekräftigte bei der Verkündung der vorläufigen Quartalzahlen nochmals, dass es Maßnahmen ergriffen habe, seine Produktionsmengen flexibler an die Nachfrage anzupassen, seine Kosten weiter zu senken und somit die Liquidität im 4. Quartal zu verbessern.

Am Montag konnte Solarworld noch einen Großauftrag aus dem Senegal vermelden. Bis März 2017 werde der deutsche Hersteller insgesamt 77.280 multikristalline Solarmodule in die Region Kahone des westafrikanischen Landes liefern. Der Auftrag sei von dem österreichischen Solarworld-Partner Energie Merl akquieriert worden. Der senegalesische Energieversorger Senelec hatte die Anlage ausgeschrieben. Mit 20 Megawatt wird der Solarpark, der rund 100 Kilometer von der Hauptstadt Dakar entfernt, installiert werden soll, zu  den größten des Landes gehören. (Sandra Enkhardt)

Mehr zum Preisverfall auf den weltweiten Photovoltaik-Märkten und dessen Auswirkungen auf die Hersteller in Deutschland sowie die Marktentwicklung lesen Sie in der kommenden Ausgabe des pv magazine Deutschlands. Sie erscheint am 7. November.

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