Solarwatt-Hauptsitz in Dresden

Solarwatt will sich in diesem Jahr weiter am Speichermarkt etablieren.
Foto: Solarwatt GmbH

Solarwatt erweitert Produktionskapazitäten für Photovoltaik-Speicher

25. Januar 2016 | Märkte und Trends, Speicher und Netze, Topnews

Interview: Ende vergangenen Jahres kündigte das sächsische Photovoltaik-Unternehmen eine engere Zusammenarbeit mit Bosch an. Die zwei neuen Komplettsysteme, die neben einer Photovoltaik-Anlage auch einen Speicher oder eine Wärmepumpe enthalten, bietet Solarwatt für unter 10.000 Euro an, wie Vorstandschef Detlef Neuhaus im Interview mit pv magazine erklärt. Sein Ziel ist es, in diesem Jahr das Unternehmen weiter im Speichermarkt zu etablieren. Die Produktionskapazitäten werden dafür ausgebaut.

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pv magazine: Wie kam die Kooperation mit Bosch zustande?
Detlef Neuhaus (Foto): Der Kontakt kam über unsere Tochtergesellschaft in den Niederlanden zustande. Die Solarwatt NL hat bereits seit mehreren Jahren Produkte von Bosch im Portfolio. Wir haben mit Bosch schon länger Erfahrungen ausgetauscht und aus den Gesprächen hat sich jetzt eine erste Kooperation ergeben.

Solarwatt bietet nun zwei verschiedene Komplettpakete gemeinsam mit Bosch an. Welche Komponenten sind enthalten?
Wir haben gemeinsam mit Bosch zwei verschiedene Komplettpakete entwickelt, die unterschiedliche Schwerpunkte haben: Das Komplettpaket Store Bosch Edition ist auf den Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms ausgelegt und enthält unsere Glas-Glas-Solarmodule, den Energiespeicher MyReserve sowie unseren Energy Manager zur intelligenten Steuerung der Anlage – der Wechselrichter kommt von Bosch. Das Komplettpaket Heat Bosch Edition beinhaltet neben Glas-Glas-Modulen, Energy Manager und Wechselrichter noch eine Wärmepumpe der Firma Junkers zur Warmwasseraufbereitung. So haben die Nutzer die Möglichkeit, fast den gesamten Energiebedarf der Wärmepumpe über den selbst erzeugten PV-Strom zu decken.

Bieten Sie die Pakete in verschiedenen Größenordnungen an?
Nein, die Pakete werden vorerst nicht in unterschiedlichen Größen erhältlich sein. Wir haben uns bei der Zusammenstellung der Komponenten gezielt auf die Bedürfnisse von Privathaushalten mit drei bis vier Personen beschränkt. Die PV-Anlage des Komplettpakets mit Speicher besteht aus 12 Modulen und hat eine Leistung von 3,12 Kilowattpeak; das Komplettpaket Heat Bosch Edition enthält 16 Module mit einer Leistung von 4,16 Kilowattpeak. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass wir in Zukunft noch weitere Varianten der Pakete anbieten.

Zu welchen Preisen werden Sie die Komplettpakete verkaufen?
Beide Varianten liegen jeweils bei einem Nettogesamtpreis von weniger als 10.000 Euro. Das ist der Preis, den andere Hersteller teilweise für einen einzelnen Stromspeicher aufrufen. Bei uns bekommen Sie zu diesem Preis eine gesamte PV-Anlage entweder mit Speicher oder Wärmepumpe – und das mit hochwertigen Premiumkomponenten aus deutscher Fertigung.

Welcher Autarkiegrad lässt sich damit erreichen?
Unser Komplettpaket mit Speicher und Energy Manager ermöglicht eine Eigenversorgung mit Solarstrom von mehr als 60 Prozent. Das bedeutet, dass nur noch rund ein Drittel des Strombedarfs durch teuren Netzstrom ausgeglichen werden muss. Eine Investition in unser Komplettpaket Store Bosch Edition würde sich übrigens bereits nach etwas mehr als zehn Jahren rechnen; dann wäre die Anlage abgelöst und würde die darauffolgenden Jahre quasi kostenlos Strom liefern. Allerdings hängt der Autarkiegrad natürlich immer auch beispielsweise vom Standort des Hauses und dem persönlichen Verbrauch der Nutzer ab. Mit unserem Komplettpaket Heat Bosch Edition lässt sich der Energiebedarf der Wärmepumpe zu 80 Prozent durch die PV-Anlage decken.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Geschäftsverlauf 2015?
Hinter uns liegt ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung, die das Unternehmen 2015 genommen hat und konnten den Absatz weiter deutlich steigern. Dazu haben wir im Sommer unseren neuen Stromspeicher MyReserve vorgestellt und sind im Anschluss mit Vorbestellungen quasi zugeschüttet worden. Mittlerweile sind einige hundert Speicher ausgeliefert und wir arbeiten mit Hochdruck daran, unsere Produktionskapazität weiter zu erhöhen, um die nach wie vor hohe Nachfrage schnellstmöglich befriedigen zu können. Mit dem gelungenen Einstieg in den Speichermarkt haben wir einen weiteren wichtigen Schritt vom Modulhersteller zum Anbieter intelligenter Gesamtsysteme vollzogen.

Welche Erwartungen haben Sie für dieses Jahr?
Wir wollen uns 2016 weiter im Speichermarkt etablieren und die Produktion noch weiter nach oben fahren, um besser auf die hohe Zahl von Anfragen reagieren zu können. Dazu wollen wir in unserem Segment der Kleinanlagen bis 10 Kilowattpeak weiter wachsen. Denn obwohl der Solarmarkt in Deutschland insgesamt schrumpft, ist dieses Segment nach wie vor sehr stabil. Hier spielen Renditeerwartungen keine große Rolle, denn die Privathaushalte möchten einzig und alleine ihre Kosten reduzieren und sich von weiter wachsenden Strompreisen unabhängig machen. Und dabei wollen wir ihnen helfen.

Die Fragen stellte Sandra Enkhardt.

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Matthias Woyth aus Berlin | http://www.mawo-elektro.de

Dienstag, 26.01.2016 08:44

Herr Neuhaus, der Preiskampf mit dem sie auf den Markt gehen und ihre Premiumprodukte verramschen ist echt der Hammer. Vorbestellung von Speichern ist keine Aussage über die Lieferung und die Installation. [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

Matthias Woyth aus Berlin | http://www.mawo-elektro.de

Dienstag, 26.01.2016 08:44

Herr Neuhaus, der Preiskampf mit dem sie auf den Markt gehen und ihre Premiumprodukte verramschen ist echt der Hammer. Vorbestellung von Speichern ist keine Aussage über die Lieferung und die Installation. Es wird auch nicht offen dargestellt, dass nicht jede Speichergröße verfügbar ist und der Anschluss nur an 1 String erfolgen kann, somit ist eine optimale Nutzung des Speichers an einer Mehrstring-Anlage ausgeschlossen. Durch das ständige Ändern der Produktpakete ist für den Endkunden unsicher was Herr Neuhaus sich im nächsten Monat einfallen lässt, das vorherige Produkt doch nicht so premium ist und was er nun kaufen soll. Die Bedenken habe ich bereits in einem persönlichen Gespräch geäußert - ein Premiumhersteller geht selten über den Preis sondern idR über das Produkt. BMW stellt schließlich Produkt, Leidenschaft und Qualität in den Vordergrund und dann kommt der Preis - und BMW wird gekauft.

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