Photovoltaik-Dachanlage in Baden-Württemberg

Nicht nur die Bundesregierung, auch die Landesregierung in Baden-Württemberg sollte die Rahmenbedingungen für den Photovoltaik-Zubau verbessern.
Foto: Aton Solar

Solar Cluster Baden-Württemberg fordert politischen Kurswechsel bei Photovoltaik

10. Februar 2016 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Angesichts des anhaltenden Negativtrends beim Photovoltaik-Zubau und schwerwiegenden Folgen für die Solarindustrie fordert das Bündnis die Bundesregierung auf, die Rahmenbedingungen schnellstmöglich zu verbessern. Als dringend notwendige Maßnahmen sieht das Solar Cluster Baden-Württemberg an, die finanzielle Belastung von Eigenverbrauch und Zwischenspeicherung von Solarstrom zu streichen und das Ausschreibungskontingent für Photovoltaik- Freiflächenanlagen zu erhöhen.

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Das Solar Cluster Baden-Württemberg hat die Bundesregierung zu einem Kurswechsel bezüglich der Photovoltaik in Deutschland aufgefordert. 2015 blieb der Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen zum zweiten Mal in Folge hinter dem politisch definierten Zielkorridor von 2400 bis 2600 Megawatt neu installierter Leistung zurück und auch für 2016 zeichnet sich keine Trendwende ab. Dies wird nach Ansicht des Solar Cluster Baden-Württemberg schwerwiegende Folgen für die deutsche Solarbranche haben. „Die Auslandsgeschäfte können den Einbruch auf dem deutschen Markt zum Teil abfedern. Wir brauchen aber einen starken Heimatmarkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärte Carsten Tschamber von der Vereinigung. Die Bundesregierung müsse „die politischen Rahmenbedingungen schnellstmöglich den Gegebenheiten anpassen“, ansonsten seien weitere rund 50.000 Arbeitsplätze verloren gefährdet.

Als notwendige Maßnahmen, um den Photovoltaik-Markt in Deutschland wieder zu beleben, erachtet das Solar Cluster Baden-Württemberg die Streichung der Abgaben auf Eigenverbrauch und Zwischenspeicherung von Solarstrom. Auch sollte das Kontingent bei Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächen auf mindestens 800 Megawatt jährlich angehoben werden. In diesem Jahr will die Bundesregierung nur Zuschläge für Solarparks mit insgesamt 400 Megawatt verteilen.

Mit den derzeit herrschenden Rahmenbedingungen geht das Solar Cluster Baden-Württemberg von einem weiteren Rückgang des Photovoltaik-Marktes in Deutschland aus. Nach 1900 Megawatt im Jahr 2014 sackte der Zubau im vergangenen Jahr auf weniger als 1500 Megawatt ab. Dabei sei vor allem im Segment der kleineren gewerblichen Photovoltaik-Dachanlagen zwischen 10 und 100 Kilowatt Leistung eine Halbierung binnen Jahresfrist zu verzeichnen gewesen. Die Ausbauzahlen bei Photovoltaik-Anlagen ab einem Megawatt Leistung seien auf niedrigem Niveau stagniert. Mit Blick auf die Energiewende und Klimaschutzziele hält das Solar Cluster Baden-Württemberg die Ausbauziele der Bundesregierung für zu niedrig. Sie müssten sich dafür bei jährlich fünf bis sieben Gigawatt einpendeln, so die Vereinigung. Doch nicht nur die Bundesregierung, auch die Landesregierung in Baden-Württemberg sei in der Pflicht, wenn diese ihr Ziel einer installierten Photovoltaik-Leistung von acht Gigawatt bis 2020 erreichen wolle. Dazu müssten im Ländle jährlich mindestens 500 bis 600 Megawatt neuer Photovoltaik-Anlagen entstehen, heißt es weiter. (Sandra Enkhardt)

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