Polnisches Parlament bei einer Sitzung

Polens Parlament hat nun das neue Gesetz zur Förderung von erneuerbaren Energien endgültig verabschiedet.
Foto: Maciej Śmiarowski/KPRM/Flickr

Polen verabschiedet Einspeisetarife für kleine Photovoltaik-Anlagen

23. Februar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Nach jahrelangem Hick-Hack hat das polnische Parlament in Warschau nun das Erneuerbare-Energien-Gesetz endgültig angenommen. Es kann damit voraussichtlich im März in Kraft treten. Für kleine Photovoltaik-Anlagen ist damit die Einführung von Einspeisetarifen verbunden.

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Das polnische Parlament Sejm hat am Freitag das Erneuerbare-Energien-Gesetz final gebilligt und dabei die meisten Änderungen des Senats akzeptiert. Ehe es in Kraft tritt, muss der Präsident das Gesetz nun noch unterzeichnen und dann muss es im Gesetzblatt veröffentlicht werden, was voraussichtlich im März der Fall sein wird, wie Christian Schnell, Partner in der Kanzlei Solivan berichtet. Damit werde es dann Einspeisetarife für Mikro-Installationen bis zehn Kilowatt geben. Das Gesetz sehe vor, dass für Photovoltaik-Anlagen bis drei Kilowatt Leistung der Solarstrom mit 75 Polnischen Groschen, umgerechnet knapp 18 Cent je Kilowattstunde, vergütet werden soll. Bei Photovoltaik-Anlagen zwischen drei und zehn Kilowatt Kapazität soll die Solarförderung bei etwa 15,5 Cent je Kilowattsunde liegen. Sie ist damit höher als derzeit in Deutschland. Allerdings soll es eine Deckelung für diese Einspeisetarife bei insgesamt 500 Megawatt Anlagenleistung geben, wie Schnell unter Bezug auf das Gesetz berichtet. Dies könnte wiederum zu einem kurzfristigen Boom bei der Installation kleiner Photovoltaik-Anlagen führen, so dass der Deckel voraussichtlich schon im ersten Jahr erreicht werde.

Mit der Veröffentlichung des Gesetzes sind weitere Veränderungen vorgesehen, die dann bereits im März in Kraft treten könnten. So solle im Mai die Präqualifikation für ein Auktionssystem bei der Regulierungsbehörde URE beginnen. Diese habe dann 30 Tage Zeit, die Vollständigkeit der Unterlagen der Erneuerbaren-Energien-Anlagenbetreiber zu prüfen. Am 31. Mai wird dem Gesetz zufolge die polnische Regierung dann die Leistung und den Wert für die erste Ausschreibungsrunde für große EE-Anlagen und bis 15. Juni für EE-Anlagen bis einem Megawatt veröffentlichen. Anlagenbetreiber, die noch vom alten Zertifikatesystem profitieren wollen, müssen ihre Anlagen bis zum Jahresende ans Netz gebracht werden und den ersten Strom produzieren. Im Frühjahr 2016 soll es die erste Ausschreibungsrunde geben. Bis Ende 2017 will die polnische Regierung das Gesetz evaluieren und dann mögliche Änderungen vorschlagen, so Schnell weiter. (Sandra Enkhardt)

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b a aus

Donnerstag, 26.02.2015 09:18

Ihnen ist im Artikel ein Fehler unterlaufen. Es handelt sich wohl um 75 Groschen und nicht um 75 Zloty. Beim gegenwätigem Wechselkurs würde die Einspeisevergütung bei 75 Zloty ca. 18 Euro betragen. Anmerkung [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

b a aus

Donnerstag, 26.02.2015 09:18

Ihnen ist im Artikel ein Fehler unterlaufen. Es handelt sich wohl um 75 Groschen und nicht um 75 Zloty. Beim gegenwätigem Wechselkurs würde die Einspeisevergütung bei 75 Zloty ca. 18 Euro betragen.

Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für den Hinweis. Es ist nun im Text geändert.

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