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Photovoltaik vor Atom und Windkraft vor Braunkohle

11. Januar 2016 | Märkte und Trends, Hintergrund, Topnews

Die Stromerzeugungsdaten für das vergangene Jahr werden derzeit von verschiedenen Experten ausgewertet. Nun hat das Fraunhofer-ISE die Zahlen vorgelegt. Die Wissenschaftler verweisen nochmals darauf, dass im Juli die Photovoltaik-Anlagen mehr Strom erzeugten als die deutschen AKWs.

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Nach den aktuellen Auswertungen des Fraunhofer-ISE haben die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen im vergangenen Jahr rund 37 Terawattstunden Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist. Die Produktion sei um etwa zwei Terawattstunden und damit 4,8 Prozent höher als 2014 gewesen. Der geringe Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren sei aber dem Zubau von gerade einmal 1,4 Gigawatt Photovoltaik-Leistung geschuldet, schreibt Bruno Burger, der für die Auswertung der Stromerzeugungsdaten beim Fraunhofer-ISE zuständig ist.

Die Photovoltaik erreichte demnach am 21. April um 13:15 Uhr ihre maximale Leistung mit etwa 27,3 Gigawatt. Im Juli 2015 hätten die Photovoltaik-Anlagen zudem erstmals bei der monatlichen Stromerzeugung die Atomkraft überholt. Auch ein Highlight aus Burgers Sicht – am 2. August trugen die Photovoltaik-Anlagen etwa 44 Prozent zur Stromerzeugung bei.

Wie auch zuvor schon von Agora Energiewende und dem BDEW berichtet, legte unter den Erneuerbaren vor allem die Windkraft kräftig zu. Die Windkraftanlagen erzeugten im vergangenen Jahr rund 85 Terawattstunden sauberen Strom. Im Dezember habe die Windkraft erstmals die Produktion aus den Braunkohlekraftwerken überholen können, so die Auswertung des Freiburger Wissenschaftlers.

Gemeinsam hätten Photovoltaik und Windkraft im vergangenen Jahr rund 122 Terawattstunden Strom erzeugt. Sie lägen damit auf Platz zwei hinter der Braunkohle, aber noch vor Steinkohle und Kernenergie. Alle erneuerbaren Energiequellen zusammen kämen auf etwa 190 Terawattstunden – 20 Prozent mehr als noch 2014. Sie hätten damit einen Anteil von rund 35 Prozent an der öffentlichen Nettostromerzeugung erreicht; an der Bruttostromerzeugung von 32,5 Prozent.

Das Fraunhofer-ISE weist in seiner Auswertung auch auf den massiv gestiegenen Exportüberschuss hin. Mit 48 Terawattstunden habe er nochmals um 40 Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2014 gelegen. Dabei hat Deutschland aber durchaus Geld verdient. Nach den vorliegenden Zahlen für den Außenhandel mit Strom seien von Januar bis Ende Oktober 29,7 Terawattstunden Strom im Wert von 1,27 Milliarden Euro importiert sowie 67,4 Terawattstunden mit einem Wert von 2,88 Milliarden Euro exportiert worden. Damit ergebe sich für die ersten zehn Monate ein Überschuss von 1,6 Milliarden Euro. (Sandra Enkhardt)

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JC W aus Alling

Dienstag, 12.01.2016 06:52

Vielen Dank für diese ausführlichen Informationen. Insbesondere den letzten Absatz zu Stromex- und -import. Beim Nachrechnen fiel mir allerdings auf, dass sich die Durchschnittspreise für den exportierten [...]

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Kommentare 1 - 1 von 1

JC W aus Alling

Dienstag, 12.01.2016 06:52

Vielen Dank für diese ausführlichen Informationen. Insbesondere den letzten Absatz zu Stromex- und -import. Beim Nachrechnen fiel mir allerdings auf, dass sich die Durchschnittspreise für den exportierten wie den importierten Strom, wie man sie aus den Zahlenangaben errechnen kann, im Rahmen der Rundungsgenauigkeit identisch sind. Ohne etwas unterstellen zu wollen, aber: Wie wurden die Angaben zum Wert der Ex- und Importe erhoben? Oder hat da einfach jemand die Strommengen mit dem durchschnittlichen Börsenpreis multipliziert? Interessant zu wissen wäre es schon, denn die Auswirkungen der derzeitigen Stromüberproduktion in Deutschland auf das Ausland sind ein Grund für die kritischen Töne auf EU-Ebene zum schnellen Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland. Wir profitieren im Augenblick davon, dass der Ausbau in den Nachbarländern langsamer verläuft. Wenn die aufgeholt haben, werden wir unsere Überschüsse nicht mehr so leicht los werden.
Eine zweite Frage wäre, inwieweit wir mit der EEG-Umlage auch ein ungünstiges Saldo der Export-Import-Bilanz finanzieren müssen. Nach den obigen Zahlen wäre das nicht so, aber die Preisangabe ist in meinen Augen - wie gesagt - zu gleich um real zu sein.

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