Leuchtturmprojekt von Lichtblick mit Elektromobilität

Ein Zwei-Milliarden-Euro-Förderprogramm für Elektroautos will Gabriel auflegen.
Foto: LichtBlick SE

NABU-Umfrage: Mehrheit gegen Kaufprämie für Elektroautos

15. Januar 2016 | Politik und Gesellschaft, Speicher und Netze, Topnews

Etwa zwei Drittel der Bundesbürger lehnen demnach eine pauschale Förderung für Elektroautos aus Steuermitteln ab. Bundeswirtschaftsminister Gabriel soll nach Medienberichten ein Förderprogramm von zwei Milliarden Euro auflegen wollen. Vielleicht ein Reaktion auf die Tatsache, dass im vergangenen Jahr mehr Photovoltaik-Heimspeicher als Elektroautos verkauft worden sind.

Diesen Artikel teilen

Melden Sie sich jetzt kostenlos für unseren täglichen Newsletter an.

Zur Anmeldung

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will nach einem Bericht der „Zeit“ ein Förderprogramm von zwei Milliarden Euro auflegen, um mehr Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen. Es solle sich dabei um eine direkte Kaufprämie für neue Elektroautos aus Bundesmitteln handeln. Dies lehnt eine Mehrheit der Bundesbürger aber ab. 65 Prozent lehnten eine pauschale Förderung von Elektroautos aus Haushalts- und damit Steuermitteln ab, ergab eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts YouGov im Auftrag des NABU. Zugleich zeigten sich aber etwa 40 Prozent gegenüber Kaufprämien oder Quoten für verkaufte Neuwagen aufgeschlossen. Allerdings befürworteten der Studie zufolge nur 17 Prozent eine Kaufprämie, die aus Steuermitteln finanziert wird.

Am Montag sollen die zuständigen Staatssekretäre der Wirtschafts-, Umwelt-, Finanz- und Verkehrsministerien über das mögliche Förderprogramm beraten. Aus Sicht des NABU sollte es eine Kauprämie nur geben, wenn sie „eine ökologische Lenkungswirkung für den gesamten Automobilmarkt entfaltet“. Mit einer Sonderabgabe auf verbrauchsstarke Fahrzeuge oder einer höheren Mineralölsteuer könnte die Kaufprämie zudem gegenfinanziert werden. "Nur weil die Elektromobilität nicht so in Schwung kommt, wie von der Bundesregierung geplant, darf es jetzt keine reflexhaften Geldgeschenke für die Automobilindustrie auf Kosten der Allgemeinheit und ohne ökologisch sinnvolle Gegenfinanzierung geben", erklärte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die Bundesregierung ist von ihrem eigentlichen Ziel, eine Million Elektroautos bis 2020 in Deutschland auf die Straße zu bringen, noch sehr weit entfernt. Wie weit zeigen die vor einigen Tagen veröffentlichten Zahlen der RWTH Aachen. So sind im vergangenen Jahr mindestens 20.000 privat betriebene Photovoltaik-Speichersysteme in Deutschland installiert worden. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos beläuft sich 2015 hingegen nur auf 12.363. Vielleicht auch ein Grund, warum Gabriel die KfW-Förderung für Photovoltaik-Speichersysteme ursprünglich auslaufen lassen wollte. Allerdings wirkt der Betrag für die Photovoltaik-Speicherförderung mit etwa 50 Millionen Euro jährlich zwischen 2013 und 2015 gegenüber einem milliardenschweren Programm für Elektroautos geradezu niedlich. Mittlerweile ist Gabriel vom Haushaltsausschuss des Bundestages gezwungen worden, auch die Photovoltaik-Speicher weiter zu fördern. Ab wann und in welcher Höhe ist allerdings noch nicht klar. (Sandra Enkhardt)

Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

JC W aus Alling

Montag, 18.01.2016 07:26

Reflexhaft verlangen nicht nur die Lobbyisten der Autoindustrie Geld oder Steuererleichterungen. Politiker aller Parteien jammern genauso reflexhaft, man dürfe die armen Pendler, die auf das Auto angewiesen [...]

vollständige Kommentare anzeigen
Kommentare 1 - 1 von 1

JC W aus Alling

Montag, 18.01.2016 07:26

Reflexhaft verlangen nicht nur die Lobbyisten der Autoindustrie Geld oder Steuererleichterungen. Politiker aller Parteien jammern genauso reflexhaft, man dürfe die armen Pendler, die auf das Auto angewiesen sind, nicht mit höheren Mobilitätssteuern belasten. Dabei könnten gerade Pendler am leichtesten auf Elektroautos umsteigen und wären damit von Erhöhungen der Kraftstoffsteuern unabhängig. Aber Laternenparker bekommen immer noch ein ernstes Problem, wenn auch der Arbeitgeber keine Ladestationen anbietet. Da ist noch sehr viel zu tun.

Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika