Laden eines Elektroautos

Mit eingeschränkten Ladezeiten können Sondertarife möglich.
Foto: Lichtblick

Lichtblick: Elektroautos können 30 Prozent billiger Strom tanken

04. Februar 2016 | Speicher und Netze, Topnews

Gemeinsam mit dem Hamburger Verteilnetzbetreiber will der Ökostromanbieter nun zeigen, dass sich Stromkosten für Elektroautos um ein Drittel reduzieren lassen. Damit wird Elektromobilität noch attraktiver, allerdings fehlt noch die Rechtssicherheit, was auch eine bundesweite Umsetzung des Projekts erschwert.

Diesen Artikel teilen

Melden Sie sich jetzt kostenlos für unseren täglichen Newsletter an.

Zur Anmeldung

Die Stromkosten für Elektroautos könnten um 30 Prozent reduziert werden und damit Elektromobilität gegenüber Diesel- und Benzin-Fahrzeugen zusätzlich attraktiv machen. Der Verteilnetzbetreiber Stromnetz Hamburg GmbH und das Energieunternehmen Lichtblick wollen dies nun in einem gemeinsamen Projekt in der Hansestadt demonstrieren.

Grundlage sei eine Regelung im Energiewirtschaftsgesetz (§14a EnWG). Diese sehe grundsätzlich vor, dass Netzbetreiber Elektroautos ähnlich wie Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen als sogenannte „steuerbare Verbrauchseinrichtungen“ behandeln können. Wegen der noch fehlenden Ausfuhrbestimmung gebe es allerdings noch keine Rechtssicherheit dafür, hieß es bei Lichtblick. In Hamburg solle dennoch die praktische Umsetzung demonstriert werden. Elektroautos sollen dabei an der der privaten Ladesäule von abends 21 Uhr bis morgens 6 Uhr vergünstigt Strom beziehen. Bei der zeitlichen Einschränkung würden die Netzentgelte sinken, hieß es weiter. Lichtblick könne durch diese Vereinbarung mit dem Hamburger Verteilnetzbetreiber seinen Ökostromtarif für die Elektroautos um etwa 30 Prozent gegenüber den Haushaltsstromtarifen senken.

In einem ersten Schritt will Lichtblick den neuen Tarif einigen Testkunden anbieten. „Die Regelung, steuerbaren Verbrauchseinrichtungen reduzierte Netzentgelte anzurechnen, ist bereits geübte Praxis und kann somit auch auf alle Verbraucher mit privater Ladeinfrastruktur gleichermaßen ausgeweitet werden“, sagt Christian Heine, kaufmännischer Geschäftsführer von Stromnetz Hamburg. Verbraucher mit Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen könnten bereits von preiswerteren Heizstromtarifen profitieren.

Nach Ansicht von Gero Lücking, Geschäftsführung Energiewirtschaft bei Lichtblick, ist dieses Modell auch sinnvoller als die derzeit diskutierten Kaufprämien für Elektroautos. Die Politik sollte lieber auf die vorhandenen Möglichkeiten setzen und diese sinnvoll fördern. „Leider hat es die Bundesregierung bisher versäumt, einen klaren Rechtsrahmen für preiswerten Fahrstrom zu verabschieden. Das wäre schnell und einfach möglich. Dann könnten die Verbraucher ihre Elektroautos zuhause mit billigem Fahrstrom beladen – und gleichzeitig die Stromnetze entlasten“, erklärte Lücking. Ohne die Ausführungsverordnung müsste Lichtblick mit jedem der etwa 900 Netzbetreiber in Deutschland eine eigene Vereinbarung schließen, um seinen günstigen Fahrstrom für private Ladesäulen anbieten zu können. Dieser Verwaltungsaufwand würde die Kostenersparnis beim Strom wieder zunichtemachen. (Sandra Enkhardt)

Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  
Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika