KfW-Gebäude in Frankfurt


Foto: KfW-Bildarchiv/Rüdiger Nehmzow

KfW wartet auf Freigabe der Bundesmittel für Photovoltaik-Speicherförderung

10. Januar 2017 | Politik und Gesellschaft, Speicher und Netze, Topnews, Hintergrund

Anträge können zwar seit Anfang Januar wieder gestellt werden, doch noch kann die KfW keine Tilgungszuschüsse gewähren. Das Bundeswirtschaftsministerium erwähnt dies mit keiner Silbe, sondern verweist nur auf die 30 Millionen Euro, die im Etat eingestellt und noch längst nicht ausgeschöpft sind. Der Bundesverband Solarwirtschaft wiederum betont die weiter gewachsene Wirtschaftlichkeit von Speichersystemen in Kombination mit Photovoltaik-Dachanlagen.

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Seit Jahresbeginn können zwar wieder Anträge für die Photovoltaik-Speicherförderung bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt werden. Den vom Bund zusagten Tilgungszuschuss kann die Bank allerdings noch nicht gewähren. „Wir warten noch auf das Zuteilungsschreiben aus dem Bundeswirtschaftsministerium“, erklärte eine KfW-Sprecherin auf Anfrage von pv magazine am Dienstag. Vielleicht sei es schon unterwegs, aber es liege eben noch nicht vor.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) erklärte am Montag gegenüber pv magazine. „Für das das PV-Batteriespeicherprogramm wurden im Haushalt des BMWi Finanzmittel in Höhe von 30 Millionen Euro eingestellt. Diese sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Mit Beginn dieses Jahres wurde der im Oktober 2016 vorübergehend ausgesprochene Bewilligungsstopp wie geplant aufgehoben.“ Die KfW nehme seit dem 2. Januar wieder Anträge entgegen. „Für Zusagen in diesem Jahr sind Programmmittel in Höhe von 11,5 Millionen Euro vorgesehen“, so eine Ministeriumssprecherin. Sie erklärte allerdings nicht, wann die Mittel für die KfW freigegeben würden.

Im vergangenen Jahr hat die KfW im Zuge des Förderprogramms insgesamt 6500 Darlehen für Photovoltaik-Speichersysteme mit einem Volumen von 105 Millionen Euro bewilligt, erklärte die KfW-Sprecherin weiter. Knapp 5700 Anträge seien für Batteriespeicher im Zusammenhang mit einer neuen Photovoltaik-Anlage gestellt worden. Bei 800 Förderungen habe es sich um Nachrüstungen von Speichersystemen für bestehende Photovoltaik-Anlagen gehandelt. Nach nur sieben Monaten musste die KfW im vergangenen Jahr die Speicherförderung im vierten Quartal auf Eis legen. Die Mittel für den vom Bund finanzierten Tilgungszuschuss waren ausgeschöpft. Auch für dieses Jahr erwarten Experten, dass die Mittel für die Photovoltaik-Speicher wohl nicht ausreichen und das Programm erneut vorzeitig gestoppt werden wird. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte dazu: „Gemeinsam mit der KfW beobachten wir die Entwicklungen innerhalb des Förderprogramms sehr genau und behalten die Antragssituation sowie die Ausschöpfung der bereitgestellten Mittel im Blick.“

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) wiederum verweist auf die weiter gesunkenen Preise für Photovoltaik-Speichersysteme und die dadurch gewachsene Rentabilität. Er rät auf angesichts der begrenzten Fördermittel zu einer raschen Installation, zumal der Tilgungszuschuss zur Jahresmitte von 19 auf 16 Prozent abgesenkt wird. „Die Installation eines Heimspeichers in Kombination mit einer PV-Anlage war noch nie so attraktiv. Die Anschaffung eines schlüsselfertigen Solarstromspeichers kostet heute 40 Prozent weniger als vor drei Jahren“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, mit Verweis auf eine aktuelle Befragung des Verbands und der Speichermesse ees Europe. Zudem seien die Preise für selbst erzeugten Solarstrom mittlerweile oftmals nur noch halb so hoch wie die Stromtarife der Versorger. „Da wundert es nicht, dass sich immer mehr Verbraucher und Unternehmer mit Hilfe eines Speichers so unabhängig wie möglich machen wollen“, so Körnig weiter. (Sandra Enkhardt)

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