Jedes Jahr wird im Kloster Banz bei Bad Staffelstein der Innovationspreis des Symposiums Photovoltaische Solarenergie vergeben.
Foto: Wikimedia/Presse03

Innovationspreise und Produktvorstellungen in Bad Staffelstein

11. März 2016 | Märkte und Trends, Topnews

Auf dem PV-Symposium in Bad Staffelstein sind wie jedes Jahr drei Innovationspreise vergeben worden. Die Gewinner sind Carpe Diem Energy, SMA und Tuxhorn.

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Den ersten Platz beim Innovationspreis des PV-Symposiums in Bad Staffelstein gewinnt die Firma Carpe Diem Energy mit dem Modulwechselrichter Letrika SMI260. Das besondere ist nach Angabe von Carpe Diem, dass er auch Blindleistung bereitstellen kann. Das ist relevant, wenn man Photovoltaikanlagen größer als 3,7 Kilowatt mit Modulwechselrichtern bestücken will. Auch die Freischalteinrichtung nach der VDE-AR-4105 ist laut Prospekt integriert. Der Modulwechselrichter wird von der slovakischen Firma Letrika gefertigt, die zum deutschen Elektronikkonzern Mahle gehört, und für Modulleistungen von 200 bis 270 Watt angeboten. Maximale Eingangsleistung ist 310 Watt. Der Wirkungsgrad liegt laut Datenblatt bei 96,1 Prozent (maximal) und 95,3 Prozent (europäisch). Dort steht auch zu lesen, dass das Gerät nach Automotive-Standards gefertigt sei, eine vergossene Elektronik und eine hohe Lebensdauer habe, unter anderem, weil er keine Elektrolytkondensatoren enthält. Die Garantie beträgt 25 Jahre.

Den zweiten Platz gewinnt SMA mit dem neuen Hochvolt-Speichersystem Sunny Boy Storage (Informationen siehe hier)

Den dritten Preis gewinnt die Firma Tuxhorn, die eine Hydraulikeinheit ausgestellt hat. Sie erlaubt es, den Pufferspeicher per Heizstab mit Photovoltaikstrom zu erwärmen und damit den Eigenverbrauch zu erhöhen. Das Gerät enthält einen Stromsensor am Netzanschlusspunkt und steuert den Heizstrom so, dass auf keinen Fall Netzstrom dafür bezogen wird. Dazu ist es nötig, die Heizleistung stufenlos an die solare Überschussleistung anzupassen. Laut Produktprospekt erfolgt das ohne Netzrückwirkungen und CE konform hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit. Solche Netzrückwirkungen treten nämlich bei einigen solcher regelbaren Heizstäbe mit so genannten Phasenanschnittsteuerungen auf, weshalb diese Systeme in Diskussion sind (siehe pv magazine Übersicht regelbare Heizstäbe vom März 2015).

Weitere interessante Produkte
Kaco hat einen Wechselrichter namens Blueplanet 500 TC3 vorgestellt. Er enthält keinen Hochsetzsteller am Eingang, so dass die Eingangsspannungen relativ hoch sein müssen. Daher eignet er sich nur für Projektierer, die entsprechende Anlagen planen können. Das abgespeckte Gerät sei preislich sehr wettbewerbsfähig und damit für Projekte sehr interessant, sagt Produktmanager Christian Felix. In das Gehäuse lässt sich auch ein Überspannungsschutz integrieren. Der Ultraverter, der letztes Jahr in Staffelstein den dritten Platz beim Innovationspreis gewann und eine Mischung aus Optimizer und Modulwechselrichter ist, ist in Deutschland dagegen noch nicht erhältlich. Er werde zunächst in den USA ausgerollt.

Huawei hat einen Datenlogger vorgestellt, der die Datenübertragung in großen Solarparks mit Stringwechselrichtern einfacher macht. Die Wechselrichter übertragen die Daten per Powerline-Kommunikation über die AC-Leitungen zu den Datenloggern an den Trafostationen. Das spart eine Verbindung mit Datenkabel, die nach Aussage von Huawei einen größeren Aufwand bedeuten könnte. Zwischen den Datenloggern findet die Kommunikation über Lichtwellenleiter statt. Die dazu nötigen Optokoppler sind in die Datenlogger integriert. Der Vorteil der Lichtwellenleiter-Kommunikation besteht darin, dass sie größere Reichweiten als Ethernetkabel überbrücken können.

Außer Tuxhorn hat auch das Unternehmen Enerpipe eine Einheit mit dem Namen Enerheat P4H vorgestellt, mit der Solarstrom zur Aufheizung eines Pufferspeichers genutzt werden kann. Das Wasser wird ebenfalls nicht direkt im Pufferspeicher, sondern in einem extra Gerät per Heizstab erwärmt. Das ist nach Aussage des Unternehmens nötig, um eine gute Temperaturschichtung im Pufferspeicher zu erreichen. Auch das Gerät nutzt laut Hersteller keine Phasenanschnittssteuerung, sondern eine Steuerung, die regelkonform sei. Besonderen Wert legt das Unternehmen darauf, dass das Gerät sehr gut steuerbar und zum Beispiel für Direktvermarkter ansprechbar sei, um negative Regelenergie auf dem Regelenergiemarkt anzubieten. Damit hat Unternehmen nach eigener Aussage Erfahrung, da es große KWK Anlagen mit der gleichen Technologie in großem Maßstab ausstattet, die dort bereits benutzt werde, um auf dem Regeleistungsmarkt zu bieten. (Michael Fuhs)

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