Waferproduktion bei GCL

Nur wenig Wafer sind am Markt verfügbar.
Foto: GCL-Poly Energy

IHS erwartet weiterhin Wafermangel für 2016

20. Januar 2016 | Märkte und Trends, Topnews

Bereits im vergangenen Jahr warnten die Analysten, dass Photovoltaik-Wafer knapp werden könnten. Nun gibt es dafür neue Hinweise.

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Die weltweiten Produktionskapazitäten für Wafer sind im vergangenen Jahr IHS zufolge von 47,6 auf 61,9 Gigawatt ausgebaut worden. Knapp 40 Prozent davon entfielen auf vertikal integrierte Photovoltaik-Hersteller, die die Wafer ausschließlich für die eigene Modulproduktion verwendeten. Diese Kapazitäten stünden also nicht für Lieferungen zur Verfügung, schreiben die Analysten von IHS am Mittwoch. Die drei größten unabhängigen Hersteller – GCL, Xi’an Longi silicon und Green Energy Technology (GET) hätten in den vergangenen zwei Jahren einen Marktanteil von ein Drittel erreicht. Bezogen auf die frei am Markt verfügbaren Waferkapazitäten kamen sie 2015 nach IHS-Angaben sogar auf 60 Prozent Anteil, was ihnen eine starke Verhandlungsposition ermögliche.

Aufgrund der starken Wafernachfrage würden nun gerade große Hersteller einen Teil ihrer Fertigung an Tier-2-Partner in China outsourcen. Die vertikal-integrierten Photovoltaik-Hersteller hätten lange Zeit ihre eigenen Kapazitäten nicht erhöht und eher auf langfristige Lieferverträge mit Mindestabnahmevolumen und Preisen, die monatlich angepasst werden, gesetzt. Angesichts der hohen Nachfrage nach Wafern wollten die meisten Produzenten keine fixen Preise vereinbaren, wobei der Preis üblicherweise auch von den Zahlungsbedingungen abhängig gemacht werde. Viele Verträge würden so Vorauszahlungen vorsehen. Letztlich sind nach IHS-Analyse die Preise für multikristalline Wafer sowohl am Spotmarkt als auch in Verträgen seit dem vierten Quartal 2015 gestiegen.

Bei der Betrachtung der Kapazitäten und der erwarteten Nachfrage sei für dieses Jahr damit zu rechnen, dass die Wafer weiterhin knapp bleiben werden. IHS schätzt die Auslastung der Wafer-Hersteller auf 83 Prozent. Bei den Tier-1-Herstellern dürfte sie sogar bei 88 Prozent liegen, was die höchste Rate seit 2010 sei. Mit dem weiteren Ausbau ihrer Kapazitäten werden die führenden Hersteller voraussichtlich auch in den kommenden drei Jahren eine Auslastung von 85 Prozent erreichen, heißt es weiter.

Derzeit liegt IHS zufolge der durchschnittliche Verkaufspreis für multikristalline Wafer bei 0,88 US-Dollar pro Stück. Einige Hersteller werden ihn voraussichtlich auf mehr als 0,90 US-Dollar erhöhen. Insgesamt erwarten die Analysten aber einen stabilen Preis bei multikristallinen Wafern im gesamten Jahr. Angesichts weiter sinkender Siliziumpreise werde die durchschnittliche Bruttomarge bei Wafern in diesem Jahr auf 20 Prozent steigen.

Der Marktanteil für monokristalline Wafer werde sich wegen der steigenden Zahl von neuen Photovoltaik-Dachanlagen in diesem Jahr wahrscheinlich erhöhen. Der Anteil der monokristallinen Waferproduktion werde leicht auf 26 Prozent an den Gesamtkapazitäten in diesem Jahr steigen. Die Verkaufspreise für monokristalline Wafer seien in den vergangenen zwölf Monaten zudem gesunken, so dass der Unterschied zu den multikristallinen Wafern geringer geworden sei. IHS geht aber nicht davon aus, dass die monokristallinen Wafer noch unter den Preis für multikristalline sinken werden. Insgesamt sei ein leichter Rückgang der Kosten von einem Prozent für verbaute Wafer auf 0,20 US-Dollar pro Watt in diesem Jahr zu erwarten.

Noch nicht klar ist nach Aussagen von IHS, wie sich die starken Waferpreise auf die Herstellungskosten und Margen der Modulhersteller auswirken werden. Es sei möglich, dass sie ihre eigenen Margen reduzierten. Genau könnten die steigenden Waferkosten auch an die Kunden weitergegeben werden, was dann zu steigenden Modulpreisen in einigen Märkten führen dürfte. (Sandra Enkhardt)

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