Stromspeicher im Wohnzimmer

IHS rechnet bis 2018 mit einer deutlichen wachsenden privaten Nachfrage nach Speicherlösungen.
Foto: Bosch Power Tec

IHS: Private Speichernachfrage verzehnfacht sich bis 2018

12. November 2014 | Speicher und Netze, Topnews

Die private Nachfrage nach Speicherlösungen für Photovoltaik-Strom soll sich bis 2018 auf mehr als 900 Megawatt verzehnfachen. Das zeigt eine neue IHS-Analyse.

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Der globale Markt für Speicherlösungen für die Betreiber privater Photovoltaik-Anlagen hat 2014 ein Volumen von etwa 90 Megawatt. Das meldet IHS Technology. Der aktuellen Studie „ Energy Storage in PV Report – 2014“ des Marktforschungsinstituts zufolge soll dieser Markt bis 2018 auf mindestens 900 Megawatt wachsen und sich damit mehr als verzehnfachen. Diese Entwicklung begründet IHS mit dem Trend zum Eigenverbrauch von Photovoltaik-Strom, der Förderung von Speichersystemen und dem wachsenden Interesse von Hausbesitzern, ihre Abhängigkeit von der Stromversorgung zu verringern.

Der IHS-Analyse zufolge bleibt der Speichermarkt bislang hinter seinen Möglichkeiten zurück. Einer der Gründe sei der Einbruch des Photovoltaik-Marktes wegen sinkender Förderungen in einigen wichtigen Regionen, darunter Italien, Deutschland und Großbritannien. Ein weiterer Grund seien die hohen Preise von Energiespeicher- und Umwandlungssystemen, obwohl der durchschnittliche Preis für Lithiumionenbatterien, der wichtigsten Speicherlösung für private Anwender, 2014 um 20 Prozent gefallen sei. Profitable Geschäftsmodelle für die Speicherung von Photovoltaik-Strom seien ein komplexes Feld; Wachstum gebe es daher bislang vor allem in Bereichen mit staatlicher Förderung und einem starken Interesse der Verbraucher. „In Situationen, wo die Ergänzung einer Photovoltaik-Anlage mit einem Speicher sinnvoll sein kann, hängt jeder konkrete Fall von schwer zu kalkulierenden Variablen ab – beispielsweise dem möglichen Eigenverbrauch und der Entwicklung der Strompreise über die kommenden 20 Jahre“, sagt IHS-Analyst Sam Wilkinson. Das mache eine Investition zurzeit relativ unsicher und schrecke Verbraucher eher ab.

IHS zufolge soll sich das Blatt jedoch 2015 wenden. Der Studie zufolge werden der Preis für Lithiumionenspeicher um weitere 15 Prozent fallen und der Markt für private Aufdachanlagen wieder anziehen. Das soll die Speichernachfrage beflügeln. Und während die Fördermittel und das Autarkiebestreben der Stromkunden für den Speichermarkt wichtig bleiben wird, erwartet IHS den entscheidenden Wachstumsimpuls von der wachsenden Attraktivität des Eigenverbrauchs. Wenn Netzstrom immer teurer werde, die Produktion und Speicherung von Photovoltaik-Strom jedoch immer billiger, ist laut IHS eine Netzeinspeisung des selbst produzierten Stroms immer weniger sinnvoll. Die Höhe der Einspeisevergütung, der Preis des Netzstroms und die Kosten für Speicherlösungen bezeichnet Sam Wilkinson als die wichtigsten Faktoren für den Speichermarkt. „Und alle diese Faktoren bewegen sich in die richtige Richtung“, so Wilkinson mit Blick auf die Speichernachfrage. Heute sei in Deutschland eine Photovoltaik-Anlage ohne Speicher lukrativer als eine Anlage mit Batterie, bis 2016 werde sich die Situation umkehren.

Als wichtige Märkte für die private Nachfrage nach Speicherlösungen hat IHS Italien, Deutschland, das Vereinigte Königreich und Australien identifiziert. Aus diesen Ländern soll 2018 mehr als 40 Prozent der globalen Speichernachfrage kommen. Größter Einzelmarkt soll der Studie zufolge jedoch – mit einer Nachfrage von 200 Megawatt im Jahr 2018 – Japan sein, trotz attraktiver Einspeisevergütung. Japan habe nicht nur ein Förderprogramm für Lithiumionenbatterien aufgelegt, sondern habe auch Probleme mit Stromausfällen und je nach Uhrzeit stark schwankende Strompreise. In Nordamerika hingegen erwarten die Analysten nur ein geringes Interesse und einen Marktanteil im Jahr 2018 von fünf Prozent. (Petra Hannen)

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