Rückblick und Ausblick von den Marktforschern von IHS
Grafik: IHS

IHS: 3,3 bis 3,8 Gigawattmarkt in Deutschland in 2014

27. Dezember 2013 | Märkte und Trends, Topnews, Hintergrund

Henning Wicht, Principal Analyst Photovoltaics bei IHS zieht Bilanz für 2013 und erklärt, was er für 2014 erwartet.

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Nach Analysen von IHS wurden in 2013 weltweit rund 37 Gigawatt Photovoltaikanlagen zugebaut, das sind 15 Prozent mehr als in 2012. Dabei sei nicht nur die zugebaute Leistung, sondern auch der Umsatz der Branche gestiegen, von 79 Milliarden US-Dollar in 2012 auf 86 Milliarden US-Dollar in 2013. Neben dem Wachstum in Japan und den USA habe besonders das in China geholfen, den Markt zu stabilisieren. Nach 3,2 Gigawatt im ersten Halbjahr seien dort 5,3 Gigawatt im zweiten Halbjahr installiert worden, so Henning Wicht, Principal Analyst für Photovoltaik bei dem Marktforschungsinstitut.

In Europa sah es dieses Jahr bekanntermaßen nicht so gut aus. Wicht beschreibt als den Einschlag des "Insolvenz-Blitzes". Nachdem es in 2011 und 2012 die Modulproduktion getroffen habe, seien nun die Installateure und EPCs dran gewesen. Viele  junge und etablierte Firmen seien aufgrund mangelnder Liquidität insolvent gegangen oder übernommen worden. Die Einspeisetarife in Italien und Deutschland erlauben laut Wicht auch nicht mehr die gewünschten Renditen. So genannte „Highflyer“, also Schnelleinsteiger, wie Bulgarien, Rumänien würden auch schnell abgeregelt. Damit entstehe keine solide lokale Branche. Auch England, ein wachsender Markt in 2013, könne in diese Falle laufen.

Dabei hätten sich die Preise für Silizium, Wafer, Zellen und Module stabilisiert, zum einen aufgrund der starken Nachfrage aus China, die mit einer ordentlichen Vergütung nicht nur einen Markt für besonders billige Module erlaube, sondern auch für Qualitätsware. Zum anderen aufgrund der Einfuhrpreisabsprachen zwischen der EU und China und wegen der Einfuhrzölle für Chinesische Waren in den USA. Im letzten Quartal 2013 würden kristalline Siliziummodule chinesischer Tier 1 Hersteller weltweit rund 0,55 Euro pro Watt kosten.

Wo sortiert sich der deutsche Photovoltaik-Markt ein?
Henning Wicht: Der deutsche Markt ist mit rund 3.8 Gigawatt ein großer Markt, aber nicht mehr der industrietreibende Markt. Andere Länder treiben den Markt voran. Damit ist die nächste Stufe der Industrialisierung erreicht. Wie erwarten dass sicher der deutsche Solarmarkt in 2014 auf etwa 3.3 bis 3,8 Gigawatt einpendeln wird.

Gab es 2013 Entwicklungen, die Sie überrascht haben?
Die stark anwachsenden Installationszahlen in China, die nun nicht mehr von Energie und Solarfirmen getrieben werden, sind eine positive Überraschung. Die chinesischen Einspeiseregelungen, nach Vorbild des EEG, erlauben attraktive Renditen. Damit entsteht ein neuer privater Finanzierungsstrom, der ähnliche wie zuvor in Deutschland, den Markt voran bringt.

Wie sehen Ihre Erwartungen für 2014 aus? Wie wird sich der Photovoltaik-Markt in Deutschland, aber auch weltweit entwickeln?
Wir erwarten dass China und Japan die Installationen treiben, ähnlich wie Deutschland und Italien in 2011 und 2012. Auch das Geschäft in USA wächst stetig.

Zubauprognosen 2014 im Einzelnen:
China: 9,3 Gigawatt
Japan: 7,2 Gigawatt
USA: 6,4 Gigawatt
Deutschland: 3,7 Gigawatt
Vereinigtes Königreich: 1,7 Gigawatt
Indien: 1,4 Gigawatt
Italien: 1 Gigawatt
Frankreich: 0,8 Gigawatt
Australien: 0,8 Gigawatt
Thailand: 0,8 Gigawatt

Lateinamerika und weltweit
Auf pv magazine Latinoamerica wurde bereits gemeldet, dass IHS Experten auch für Lateinamerika einen Markt von einem Gigawatt in 2014 für möglich halten, nachdem dort in 2013 rund 300 Megawatt zugebaut worden seien. Wichtigste Märkte dort seien Mexico und Chile. Weltweit ergibt sich so ein Zubau von 40 bis 45 Gigawatt. Das entspricht den Einschätzungen von Solarbuzz, einem anderen Marktforschungsinstitut, das weltweit 49 Megawatt für möglich hält (siehe pv magazine global). Das entspreche jeder Stunde fünf Megawatt Photovoltaikinstallation. (Sandra Enkhardt, Michael Fuhs)

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Pete Wagner aus Offenbach

Samstag, 28.12.2013 12:31

Warum ist hierzulande eigentlich so eine Depri-Stimmung? Schaut Euch doch mal an, wo alles Photovoltaik im Kommen ist. Im Export waren die deutschen Firmen doch immer schon stark.

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Kommentare 1 - 1 von 1

Pete Wagner aus Offenbach

Samstag, 28.12.2013 12:31

Warum ist hierzulande eigentlich so eine Depri-Stimmung? Schaut Euch doch mal an, wo alles Photovoltaik im Kommen ist. Im Export waren die deutschen Firmen doch immer schon stark.

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