Felix Krause ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Online-Plattform Milk the Sun.

Felix Krause ist einer von vier Gründern von Milk the Sun.
Foto: Milk the Sun

Handel mit Photovoltaik-Bestandsanlagen wächst

11. Juni 2014 | Märkte und Trends, Topnews

Felix Krause ist Geschäftsführer der Onlineplattform Milk the Sun. Er sieht einen Trend, dass Projektentwickler und Betreiber ihre Photovoltaik-Anlagen zunehmend per Internet zum Verkauf anbieten sowie Investoren international Projekte für den Kauf finden.

Diesen Artikel teilen

Melden Sie sich jetzt kostenlos für unseren täglichen Newsletter an.

Zur Anmeldung

Was sind ihre Erfahrungen, über welche Kanäle die meisten Photovoltaik-Anlagen verkauft werden?
Nachdem laufende Photovoltaik-Anlagen früher hauptsächlich im engen Kreis über Vermittler, Makler, Steuerberater und auch Anwälte vertrieben wurden, sehen wir einen zunehmenden Trend, Anlagen online zu vermarkten, da die Vorteile für Anbieter und Käufer überwiegen. Dieser Trend wird sich noch verstärken, da wohl mehr als 90 Prozent aller Anlagenbesitzer nicht klar ist, dass Sie Ihr Photovoltaikinvestment als liquides Asset handeln können.

Welche Vorteile hat die Onlinevermarktung für Anbieter und Käufer?
Früher kamen Investor und Verkäufer meistens aus derselben Region oder demselben Land. Durch eine Onlinevermarktung der Anlagen erreichen Anbieter einen internationalen Markt und Investoren ein viel größeres internationales Angebot. Außerdem müssen Unterlagen nicht mehr über E-Mail verschickt werden, sondern können über spezielle Datenräume sicher und bequem geteilt werden.

Milk the Sun betreibt eine Plattform für den Verkauf. Verkaufen Sie eher große oder eher kleine Anlagen?
Das ist von Region zu Region unterschiedlich. Die durchschnittlich gehandelte Anlagengröße in Deutschland liegt beispielsweise bei 150 Kilowatt, wobei wir Anlagen zwischen sieben Kilowatt und neun Megawatt erfolgreich vermarktet haben. In Italien hingegen liegt der Durchschnitt bei fast konstant einem  Megawatt. In Japan, Großbritannien und Lateinamerika sind es hauptsächlich Projekte im großen Megawattbereich.

Können Sie etwas über die Entwicklung des Angebots und der Nachfrage in Deutschland sagen? Haben Sie dort Änderungen etwa bei Anlagengrößen oder potenziellen Käufern in den vergangenen Monaten feststellen können?
Die zunehmende Alternativlosigkeit der Photovoltaik im Verhältnis zu  anderen Anlageformen hinsichtlich Risiko- / Rendite-Verhältnis lenkt den Fokus nicht nur institutioneller Investoren, sondern immer mehr auch privater Investoren auf Photovoltaik-Investments. Dadurch steigt aktuell die Nachfrage vor allem im Bereich der 30 bis 1000 Kilowatt-Anlagen. Zudem werden wir im zweiten Halbjahr wieder einen Ansturm von steuergetriebenen Privatinvestoren sehen. Diese hohe Nachfrage sorgt für bescheidenere Renditeerwartungen und lässt dadurch so manchen Eigentümer eher überlegen, sich von seinem Photovoltaikinvestment zu trennen. Früher galt ein Investment in eine Photovoltaik-Anlage als 20jähriges fixes Investment. Mittlerweile hat sich die Kenntnis, dank der weiterentwickelten Märkte, durchgesetzt, dass es möglich ist laufende Photovoltaik-Anlagen weiter zu veräußern. Somit können die in Photovoltaik investierten Mittel jederzeit wieder liquide gemacht werden kann.

Gibt es andere Länder in denen gerade der Kauf und Verkauf von Bestandsanlagen hoch im Kurs steht?
Definitiv. Insbesondere sehen wir unverändert eine starke Nachfrage aus Skandinavien. Aber auch das Interesse an laufenden Solaranlagen in Deutschland und Italien aus dem angelsächsischen Raum, aus Südosteuropa und Asien hat in den letzten Monaten stark zugenommen.

Welche Entwicklungen erwarten Sie für die Zukunft?
Einen sich dynamisch entwickelnden, professionellen, hochliquiden, internationalen Markt, der Anlegern eine Alternative zu klassischen Immobilien- oder Fundinvestments bietet.

Das Interview führte Sandra Enkhardt.

In der aktuellen Ausgabe der pv magazine Deutschland erfahren Sie mehr zum Betrieb von Anlagen und zum Thema Zweitmarkt (ab Seite 98). Bestellen Sie einfach ein Exemplar oder schließen Sie ein Abo ab. Werden Sie Abonnent des pv magazine Deutschland und erhalten Sie gleichzeitig für ein Jahr gratis den Gold-Status auf PV-Log im Wert von 60 Euro.

Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  
Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika