Werk von Bosch CISTech in Brandenburg an der Havel

Ende 2009 hatte Bosch Johanna Solar übernommen.
Johanna Solar Technology GmbH

Demonstration gegen Schließung von Bosch CISTech in Berlin

19. Januar 2016 | Märkte und Trends, Topnews

Die IG Metall hat zu dem Protest aufgerufen. Die Gewerkschaft wirft Bosch vor, seiner sozialen Verantwortung nicht nachzukommen.

Diesen Artikel teilen

Melden Sie sich jetzt kostenlos für unseren täglichen Newsletter an.

Zur Anmeldung

Vor der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch GmbH haben am Dienstag etwa 70 Beschäftigte gegen die Schließung des Photovoltaik-Unternehmens Bosch CIS Tech in Brandenburg an der Havel demonstriert. Sie folgten damit einem Aufruf der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. Die Gewerkschaft will Bosch zum Umdenken zwingen. Der Stuttgarter Konzern kündigte im Oktober 2015 an, den Entwicklungsstandort für Photovoltaik-Dünnschicht in Brandenburg nun aufgrund der wirtschaftlichen Randbedingungen auch zu schließen. Die Versuche, einen Investor zu finden, erklärte Bosch für gescheitert. Zuvor war der Konzern bereits aus dem kristallinen Photovoltaik-Geschäft ausgestiegen und hatte unter anderem seine Produktionsstätten im thüringischen Arnstadt an Solarworld veräußert.

Bosch CIS Tech in Brandenburg an der Havel ist der letzte Photovoltaik-Standort von Bosch. Er verfügt über eine Pilotlinie und war vor zehn Jahren unter dem Namen Johanna Solar Technology gegründet worden. Bosch hatte den Standort Ende 2009 übernommen und sechs Jahre als Entwicklungsstätte weitergeführt. Nach IG Metall-Angaben sind etwa 180 Menschen dort beschäftigt, viele davon sind zwischen 30 und 40 Jahre alte Ingenieure. Sie hätten im Vertrauen auf den Namen „Bosch“ sich in Brandenburg niedergelassen und eine Existenz aufgebaut. Die IG Metall appelliert nun an den Konzern, zu seiner sozialen Verantwortung zu stehen.

Die IG Metall schreibt nun, dass mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter von Bosch CISTech gern am Standort weiterarbeiten wollten. Sie seien auch bereit, künftig andere Produkte als Solarmodule zu fertigen. Der Betriebsrat fordert daher von Bosch, „ernsthaft nach Alternativen zu suchen, um den Standort zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern“. Dies habe Bosch bisher versäumt. Mitarbeiter und Gewerkschaft fordert daher auch Informationen über die potenziellen Investoren. »Wenn das alles nicht geht, wollen wir einen Runden Tisch mit Bosch, IG Metall, Politik und Wirtschaft, um eine Lösung für den Erhalt unserer Arbeitsplätze zu finden«, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Frank Hergert. In dem Werk in Brandenburg seien innovative Solarfassaden entwickelt worden. Niemand verstehe, dass Bosch ausgerechnet jetzt, da die Talfahrt der Photovoltaik beendet sei, dieses Geschäftsfeld aufgeben wolle, so Hergert weiter. (Sandra Enkhardt)

Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  
Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika