Grafik zu den Investitionen in erneuerbare Energien im vergangenen Jahr


Grafik: BNEF

BNEF: 57 Gigawatt weltweiter PV-Zubau 2015 und Rekordinvestitionen

14. Januar 2016 | Märkte und Trends, Topnews

Die Investitionen in erneuerbare Energien insgesamt sind den Analysten zufolge um weitere vier Prozent auf 329,3 Milliarden US-Dollar gestiegen. Trotz sinkender Preise für fossile Brennstoffe sind mehr Photovoltaik- und Windkraftanlagen als jemals zuvor gebaut worden.

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Bloomberg New Energy Finance (BNEF) geht von einem weltweiten Zubau von 57 Gigawatt Photovoltaik und 64 Gigawatt Windkraft im vergangenen Jahr aus. Dies sei eine Steigerung um etwa 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilten die Analysten am Donnerstag mit. Noch im November war BNEF in der eigenen Prognose von 58,3 Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung ausgegangen. Allerdings liegen die Erwartungen der verschiedenen Institute auseinander. So geht IHS von einem globalen Zubau von 59 Gigawatt aus, während GTM Research 55 Gigawatt prognostiziert und Mercom Capital nur 54,5 Gigawatt.

Auch die Investitionssumme in die neuen Photovoltaik- und Windkraftanlagen hat ein Rekordniveau erreicht. Zugleich ist der Anstieg um vier Prozent auf 329,3 Milliarden US-Dollar aber ein deutliches Indiz, dass die Kosten für erneuerbare Energien weiter zurückgehen. Die BNEF-Analysten sehen dabei vor allem die sinkenden Kosten für Photovoltaik, aber auch die Stärke des US-Dollar als wichtigste Gründe. Hinzu kämen auch die anhaltende Schwäche der europäischen Wirtschaft sowie auch sehr entscheidend das Fallen der Preise für fossile Brennstoffe. Dies betreffe sowohl Öl als auch Kohle und Gas. „Diese Zahlen sind eine atemberaubende Antwort für alljene, die erwartet haben, dass Investitionen in saubere Energie mit fallenden Öl- und Gaspreisen zum Stillstand kommen würden“, erklärte Michael Liebreich von BNEF. Dies zeige auch, dass Photovoltaik und Windkraft ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessert hätten, auch vor dem Hintergrund der Reserve-Ausschreibungen in vielen Ländern, die an die Stelle von attraktiven Einspeisetarifen getreten sind und für einen zusätzlichen Preisdruck sorgten. „Wind und Photovoltaik werden in vielen Entwicklungsländern nun als natürlicher und wesentlicher Teil des Erzeugungsmixes einbezogen“, so Liebreich weiter. Dabei seien sie oftmals günstiger als die Strompreise von den Energieversorgern.

Zur Verteilung der 329,3 Milliarden US-Dollar heißt es bei BNEF, dass 199 Milliarden US-Dollar auf erneuerbare Großprojekte entfallen seien. Dies sei ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber 2014. Die größten Summen seien dabei in Offshore-Windparks in der Nordsee und vor der Küste Chinas investiert worden. Im Photovoltaik-Bereich sei der Solarpark „Silver State South“ mit 294 Megawatt und etwa 744 Millionen US-Dollar die größte Investition gewesen.

An zweiter Stelle mit Blick auf die Gesamtinvestitionen mit 67,4 Milliarden US-Dollar standen BNEF zufolge Gelder für Photovoltaik-Dachanlagen und kleine Solarparks. Dies sei zwölf Prozent mehr als noch im Jahr davor. Japan sei dabei der größte Markt gewesen, gefolgt von den USA und China.

Land/Region

Investitionen (in Milliarden US-Dollar)

Veränderung gegenüber 2014

China

110.5

+ 17 Prozent

USA

56.0

+ 8 Prozent

GB

23.4

+24 Prozent

Deutschland

10.6

-42 Prozent

Frankreich

2.9

-53 Prozent

Brasilien

7.5

-10 Prozent

Indien

10.9

+23 Prozent

Japan

43.6

+3 Prozent

Kanada

4.1

-43 Prozent

Australien

2.9

+16 Prozent

Mexiko

4.2

+ 114 Prozent

Chile

3.5

+ 157 Prozent

Südafrika

4.5

+329 Prozent

Marokko

2.0

noch ohne Investitionen in EE

Afrika and Naher Osten

13.4

+54 Prozent

Daten: BNEF

Die mit Abstand größten Investitionen in Erneuerbare mit 110,5 Milliarden US-Dollar tätigte China. Ein Plus von 27 Prozent gegenüber 2014. Auf den Plätzen folgen die USA mit 56 Milliarden US-Dollar und Japan mit 54,6 Milliarden US-Dollar. Dies sind auch Steigerungen gegenüber dem Jahr davor. An den Investitionen gemessen war Großbritannien mit 23,4 Milliarden US-Dollar nach BNEF-Angaben der stärkste europäische Markt vor Deutschland mit 10,6 Milliarden US-Dollar. Hierzulande war damit ein Rückgang von 42 Prozent bei den Investitionen zu verzeichnen. Ähnlich stark sinkende Investitionen habe es auch in Frankreich und Kanada gegeben. (Becky Beetz/Sandra Enkhardt)

 

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