Zweistelliges Wachstum für Photovoltaik weltweit

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Europas Dominanz im Photovoltaik-Zubau wird nach Einschätzung von IHS im Jahr 2013 enden. Asien und Amerika werden den schwächelnden europäischen Markt aber kompensieren können. In Italien und Deutschland ist in diesem Jahr mit keinem Wachstum zu rechen.

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Obwohl Europa schwächelt, wird der weltweite PV-Markt im Jahr 2013 weiter zweistellig wachsen.
Foto: Activ Solar

Das Marktforschungsunternehmen IHS sagt für das Jahr 2013 einen weltweiten Photovoltaik-Zubau von mehr als 35 Gigawatt voraus. Das würde ein Wachstum des weltweiten Marktes von rund 12 Prozent bedeuten.  Im vergangenen Jahr 2012 betrug das Marktwachstum laut IHS weltweit etwa 14 Prozent bei einem Zubau von 31,4 Gigawatt.

"Wir sehen zu Beginn des Jahres oft relativ pessimistische Prognosen für Photovoltaik-Anlagen“, sagt Ash Sharma, Senior Director der Abteilung Solarenergie bei IHS. Dies liege unter anderem an der regelmäßigen saisonalen Abschwächung des Marktes. Ein weiterer Grund sei zudem, dass in den einzelnen europäischen Ländern oft zu Beginn des Jahres neue Vergütungskürzungen umgesetzt werden, die dann das Investitionsverhalten beeinflussen. "Allerdings zeigt unsere Analyse von mehr als 60 Ländern auf der ganzen Welt, dass die Nachfrage außerhalb Europas den Einbruch auf dem europäischen Markt mehr als kompensieren wird“, sagt Sharma.

Im vierten Quartal 2012 wurden zum Beispiel vier Gigawatt in Asien zugebaut, was rund der Hälfte der weltweit in diesem Zeitraum zugebauten Photovoltaikleistung entspricht. Nach Meinung von IHS wird sich Asiens Bedeutung für den weltweiten Photovoltaikmarkt voraussichtlich fortsetzen.  Im Jahr 2013 werde Asien aller Wahrscheinlichkeit nach zum größten Markt für Photovoltaik. Insgesamt prognostiziert IHS einen Zubau von 15 Gigawatt in Asien im Jahr 2013, in Europa soll der Zubau im Jahr 2013 vermutlich auf 13 Gigawatt zurückgehen. Im Jahr 2012 wurden in Europa noch rund 18 Gigawatt zugebaut.

Für China rechnet IHS in diesem Jahr mit einem Zubau von ungefähr 6 Gigawatt. Die anhaltenden Probleme beim Netzanschluss von Photovoltaikanlagen im Megawatt-Bereich und Verzögerungen bei den Vergütungszahlungen halten China vermutlich davon ab, in diesem Jahr mehr Photovoltaik zuzubauen, sagt Ash Sharma.

Europas Dominanz zu Ende

Während Europa im Jahr 2011 noch einen Anteil von 70 Prozent am weltweiten Photovoltaik-Zubau ausmachte, sank dieser Wert nach Analyse von IHS auf 57 Prozent im Jahr 2012. Für das Jahr 2013 erwartet das Marktforschungsunternehmen, dass Europa nur noch einen Anteil von 37 Prozent am weltweiten Zubau ausmacht. Das liege nicht nur daran, dass die Asiatischen Märkte sehr stark wachsen, sondern auch daran, dass die entwickelten europäischen Märkte stagnieren oder sogar kleiner werden.  

Für Deutschland und Italien, zwei der wichtigsten Photovoltaik-Märkte im Jahr 2012, sieht Sharma im Jahr 2013 kaum Wachstumschancen. Bereits in Kraft getretene Änderungen im deutschen EEG und dem italienischen Conto Energia führen nach seiner Einschätzung eher zu einem Abschwung in diesen Märkten. "Darüber hinaus fordern die drohenden Antidumping-Maßnahmen gegen chinesische Hersteller ihren Tribut in Europa“, sagt Sharma. Dies führe zu Preissteigerungen und zusätzlichem bürokratischen Aufwand, was die Nachfrage in diesem Jahr zusätzlich abschwächen wird.

Global gesehen geht IHS weiterhin von einem zweistelligen Marktwachstum aus. Die größten Wachstumsraten erreichen nach Einschätzung von IHS der Nahe Osten mit 250 Prozent, Amerika mit 50 Prozent und Asien mit 60 Prozent. (Mirco Sieg)


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