ZSW nimmt seriennahe Produktion von Lithium-Batterien auf

Kategorie: Speicher und Netze, Topnews

Das Batterieforschungszentrum in Ulm ist damit komplett. Das ZSW will nun auch den Weg für Elektromobilität aus Deutschland ebnen.

ZSW Batteriezentrum

Das ZSW Batterieforschungszentrum ist nun komplett.
Foto: ZSW

Am Zentrum für für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ist am Freitag eine neue Forschungsplattform eingeweiht worden. Künftig sollen am Standort Ulm Verfahren zur Herstellung großer automobiltauglicher Lithium-Ionen-Zellen entwickelt werden. Ab Januar 2015 starten BASF, BMW, Daimler, Elring Klinger, Manz, Robert Bosch, Rockwood Lithium, SGL Carbon und Siemens mit den ersten Projekten, wie das ZSW mitteilte. Derzeit liefen bereits die ersten Tests. Bis Ende des Jahres werde der komplette Herstellungsprozess, von der Pastenherstellung bis zur Formierung der Zellen, planmäßig laufen, hieß es weiter. Das Bundesforschungsministerium habe die Anlagenausrüstung mit 25,7 Millionen Euro gefördert. Die Gebäudeerweiterung sei mit einem Zuschuss des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg von sechs Millionen Euro erfolgt. Die Planungs- und Bauphase habe zwei Jahre gedauert.

Die neue Forschungsplattform war im Beisein von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) eröffnet worden. Für die Produktionsanlagen sei das ZSW Labor für Batterietechnologie (eLaB) um einen vierten Gebäudeteil mit 3.600 Quadratmeter Nutzfläche erweitert worden. Zusammen mit der neuen Plattform und den existierenden Labor- und Testanlagen verfüge das ZSW nun über ein komplettes Batterieforschungszentrum – das von der Herstellung neuer Materialen über die Evaluierung der Komponenten bis hin zur seriennahen Produktion großer Lithium-Akkus alles abdecke.

„Die Zahl der Elektro- und Hybridfahrzeuge steigt weltweit rasant an. Damit wächst auch der Bedarf an Produktionskapazitäten und der Wettlauf um die besten Batterien ist in vollem Gange“, sagt Werner Tillmetz, ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien in Ulm. Die neuen Anlagen erlaubten eine Fertigung von einigen hundert Zellen pro Tag mit reproduzierbarer, hoher Qualität. Der modulare Aufbau der Produktionsanlagen biete Unternehmen und Forschungsorganisationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Möglichkeit, neue Verfahren und Anlagenkomponenten in einer prozesssicheren Testumgebung zu erproben. „Mit der vorwettbewerblichen Forschungsplattform werden direkt die Blaupausen für die kommerzielle Fertigung generiert“, so Tillmetz weiter.

Bundesforschungsministerin Wanka erklärte zur Eröffnung: „Wir wollen Innovationsweltmeister werden. Das gilt besonders bei der modernen Batterieproduktion. Sie ist die Voraussetzung für Elektromobilität ‚Made in Germany‘.“ Als einen Schub für die Zellfertigung in Deutschland, bezeichnete Steffen Haber das neue Zentrum. Er ist Vorstandsvorsitzende des Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien (KliB) sieht darin die Basis für gemeinsame Forschungen zwischen Industrie und Wissenschaft und ein wichtiges „Fundament zum Auf- und Ausbau von Know-how, das möglichst bald in eine deutsche Zellfertigung einfließen soll“. Das KliB war neben dem ZSW Initiator für den Ausbau. (Sandra Enkhardt)

In der aktuellen Ausgabe des pv magazine finden Sie auch einen Artikel und ein Interview zur Speicherforschung und -entwicklung in Deutschland. Im Artikel „Entwicklungsland Deutschland“ geht es auch um die Forschungsaktivitäten in dem neuen ZSW-Zentrum. Im Interview mit Andreas Gutsch vom KIT geht es vor allem um die Frage, was Deutschland noch fehlt, um die Forschungsergebnisse in industrielle Anwendungen zu transferieren.


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