Yingli weist Vorwürfe des Insolvenzverwalters von SiC Processing zurück

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Der chinesische Photovoltaik-Konzern soll nach Aussage des Insolvenzverwalters maßgeblich für die Zahlungsunfähigkeit des deutschen Unternehmens verantwortlich sein. Er prüft derzeit eine Millionenklage gegen Yingli. Doch auf Seiten des chinesischen Photovoltaik-Herstellers heißt es, dass bis Ende September alle anerkannten Forderungen beglichen worden sein. Für die restlichen Zahlungen wird eine einvernehmliche Lösung angestrebt. Die Vorwürfe des Insolvenzverwalters weist Yingli zurück.

Yingli weist die Vorwürfe zurück.
Foto: SiC Processing

Yingli Green Energy hat sich zu den Vorwürfen des Insolvenzverwalters von SiC Processing, Christopher Seagon, geäußert. Auf Nachfrage von pv magazine erklärte der chinesische Photovoltaik-Hersteller, dass Yingli versucht habe die Streitigkeiten mit dem deutschen Unternehmen einvernehmlich zu lösen und allen unstrittigen Zahlungsverpflichtungen bis Ende September nachgekommen sei. Allerdings gebe es zwischen beiden Unternehmen weiterhin Streitigkeiten über Restzahlungen, räumt Yingli ein. Der chinesische Konzern wolle aber weiterhin an einer Lösung mit dem Insolvenzverwalter von SiC Processing arbeiten.

Seagon hatte zuvor erklärt, dass er eine derzeit eine Klage gegen verschiedene Gesellschaften von Yingli prüfe. Er wollte damit Außenstände in Höhe von insgesamt 23 Millionen Euro einklagen. Seagon bezifferte die Zahlungsrückstände aus Lieferung und Leistung auf etwa fünf Millionen Euro. Weitere 18 Millionen Euro sollen dem Insolvenzverwalter zufolge aus Vertragsbrüchen stammen, da das chinesische Photovoltaik-Unternehmen im Jahr 2012 zu geringe Mengen an Siliziumsuspension geliefert habe.

Yingli wies in der Erklärung den Vorwurf des Vertragsbruchs zurück. „Yingli glaubt, dass die Forderungen nicht auf der Wahrheit beruhen, da SiC die Tatsache ignoriere, dass sich die Parteien auf mehrere Nebenvereinbarungen verständigt haben, die Änderungen bei Mindestmengen und Preiskonditionen enthalten“, heißt es dazu. Yingli geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärt, dass SiC Processing in der Vergangenheit nicht in der Lage gewesen sei, die vertraglich vereinbarten Mengen aufbereiteten Siliziums zu liefern. Dies habe bei dem chinesischen Photovoltaik-Hersteller wiederum Schäden verursacht. „Yingli behält sich alle Rechte vor, SiC auf Schadensersatz zu verklagen“, erklärt das Unternehmen.

Yingli weist energisch auch den Vorwurf des Insolvenzverwalters zurück, dass das chinesische Unternehmen für die Insolvenz von SiC Processing verantwortlich sei. Es könnten dabei keine Verbindung hergestellt werden. Im Gegenteil: Yingli habe nun angesichts des Insolvenzverfahrens große Bedenken, ob SiC Processing seinen vertraglich festgelegten Verpflichtungen im vollen Umfang nachkommen könne. Auch diesbezüglich behalte sich Yingli Maßnahmen vor, um seine Ansprüche durchzusetzen, heißt es in der Erklärung weiter.

Auf die Aussage Seagons, dass Yingli-Verantwortliche erklärt hätten, die ausbleibenden Zahlungen seien darin begründet, dass es keine verfügbaren Mittel gebe und dass die SiC Processing (Baoding) Ltd. auf der Liste der am dringendsten zu bezahlenden Gläubiger nicht weit genug oben stünde, ging der chinesische Hersteller nicht ein. Eine Nachfrage diesbezüglich blieb zunächst unbeantwortet. Auch der Insolvenzverwalter nahm zunächst keine Stellung zu den Aussagen von Yingli. (Sandra Enkhardt)


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