Yingli treibt Umschuldung voran

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Der hoch verschuldete chinesische Photovoltaik-Hersteller will den Tilgungsplan für mittelfristige Schuldverschreibungen umstrukturieren. Eine Tochtergesellschaft, die Mitte Oktober eine Milliarde Renminbi zurückzahlen sollte, wird nun eine unbesicherte Anleihe ausgeben.

Fabrik von Yingli

Yinglis Fabriken sind derzeit nicht voll ausgelastet.
Foto: Yingli Green Energy Holding Company Ltd

Die Yingli Green Energy Holding Company Limited drückt ein riesiger Berg an kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten. Nun plant die Tochtergesellschaft, Baoding Tianwei Yingli New Energy Company Limited (Tianwei Yingli), eine Umstrukturierung seines Schuldenplans, teilte der chinesische Photovoltaik-Hersteller am Mittwoch mit. Ursprünglich hätte Tianwei Yingli am 13. Oktober 1,0 Milliarden Renminbi – umgerechnet 140,4 Millionen Euro - für mittelfristige Schuldverschreibungen (MTNs) tilgen müssen. Die MTNs würden nun als unbesicherte Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren von der Tochtergesellschaft herausgegeben.

Der neue Tilgungsplan sehe vor, dass Tianwei Yingli etwa 875 Millionen Renminbi aus dem Abriss der Fabriken und dem Verkauf von Grundstücken, die von der hundertprozentigen Tochter Fine Silicon gehalten werden, erlösen könne. Zudem erwarte das Unternehmen weitere Kompensationszahlungen, mit den die mittelfristigen Verbindlichkeiten bis zum Jahresende teilweise beglichen werden könnten. Der dann noch ausstehende Betrag aus den mittelfristigen Schuldverschreibungen solle binnen eines Jahres zurückgezahlt werden, hieß es weiter. Das Geld solle dann aus verschiedenen Finanzierungsquellen kommen, unter anderem von derzeit noch offenen Forderungen des Unternehmens.

Der Finanzvorstand von Yingli Green Energy, Yiyu Wang, erklärte, dass die Vereinbarung über die Rückzahlung der mittelfristigen Schuldverschreibungen im Einvernehmen mit wichtigsten Gläubigern erzielt worden sei. In Kürze wolle Yingli auch die Inhaber der Schuldverschreibungen über den geänderten Tilgungsplan informieren.

Das Unternehmen steckt seit einigen Monaten in der Krise. Zuletzt musste Yingli seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr senken. Mitte Mai verkündete Yingli, kurzfristige Schulden und Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar zu haben. Danach kamen bereits Insolvenzgerüchte auf, die der chinesische Photovoltaik-Hersteller aber stets zurückwies. (Sandra Enkhardt)


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