Yingli mit sehr gedämpften Erwartungen

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Der einstmals größte chinesische Photovoltaik-Hersteller musste im zweiten Quartal einige Rückschläge bei Absatz, Umsatz und Ergebnissen verkraften. Doch auch im dritten Quartal wird es voraussichtlich nicht besser, sondern eher noch schlechter werden. Yingli arbeitet aber hart an seiner Liquidität.

Yingli Fabrik in China

Yinglis Fabriken sind derzeit zumeist nicht voll ausgelastet.
Foto: Yingli Green Energy Holding Company Ltd

Die Yingli Green Energy Holding Company Limited hat nun auch ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und dabei die bereits Ende August veröffentlichten Prognosen weitgehend bestätigt. Es seien Solarmodule im Gesamtvolumen von 727,9 Megawatt ausgeliefert worden. Dabei seien gegenüber dem ersten Quartal deutlich mehr Solarmodule in China und den USA abgesetzt worden. Der Umsatz habe im zweiten Quartal bei umgerechnet 438,1 Millionen US-Dollar gelegen bei einem Bruttoerlös von 27,6 Millionen US-Dollar und einem Nettoverlust von 96,5 Millionen US-Dollar, teilte Yingli am Dienstag mit. Der Umsatz lag damit deutlich unter Vorjahresniveau und auch unter dem des ersten Quartals. Ebenso rückläufig war der Absatz von Solarmodulen. Auch die Ergebnisse blieben hinter denen der Vergleichsquartale zurück.

Bereits Ende August teilte Yingli mit, dass sich der gesunkene Durchschnittsverkaufspreis und ein Anstieg der Herstellungskosten, wegen der geringer als erwartete Auslastung der Produktionskapazitäten, negativ auf die Ergebnisse im zweiten Quartal ausgewirkt hätten. Hinzu kämen auch noch die Faktoren, dass mehr Solarmodule auf den chinesischen Photovoltaik-Markt geliefert worden seien sowie die Abwertung des Renminbi gegenüber Euro und Yen. Dies bestätigte Yingli nun nochmals bei der Vorlage der Zahlen. Zudem gehe der Photovoltaik-Hersteller aus, dass es auch im zweiten Halbjahr zu einer geringeren Auslastung von bestimmten Produktionsstätten kommen werde. Diese hohen Abschreibungen auf die Produktionsanlagen würden sich auch auf das Ergebnis des dritten Quartals auswirken.

Yingli gab Mitte Mai bekannt, dass er kurzfristige Schulden und Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar habe. Danach kamen Insolvenzgerüchte auf. Diesen widersprach Yingli und wies auch Berichte zurück, dass die Produktion zeitweise stillstehe. Nun bestätigte der Vorstandschef Liansheng Miao, dass Yingli einen Teil seiner kurzfristigen Verbindlichkeiten habe neu strukturieren können oder derzeit noch dabei sei. Zudem würden derzeit verschiedene Finanzierungsoptionen geprüft, darunter auch der Einstieg von strategischen Investoren oder neue Kooperationsmodelle mit Geschäftspartnern. Damit solle die Finanzkraft des Unternehmens wieder gestärkt werden, so Miao weiter.

Für das dritte Quartal und das Gesamtjahr gab Yingli eine Prognose entsprechend seiner geschätzten Produktionskapazitäten und der erwarteten Kundennachfrage ab. So gehe der Photovoltaik-Hersteller im dritten Quartal noch von einem Absatz zwischen 550 und 580 Megawatt aus; für das Gesamtjahr sollen es zwischen 2,5 und 2,8 Gigawatt sein. Im ersten Halbjahr hat Yingli dabei bereits mehr als 1,6 Gigawatt an Solarmodulen abgesetzt. (Sandra Enkhardt)


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