Yingli 2015 mit Nettoverlust von fast 865 Millionen US-Dollar

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Mit großer Verzögerung hat der chinesische Photovoltaik-Hersteller die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, inklusive des vierten Quartals, veröffentlicht. Zu Jahresende lagen die Modullieferungen bei Yingli sogar über den eigenen Erwartungen. Das Unternehmen bekräftigte zugleich, dass es die am Mittwoch fällige Anleihe nicht wird bedienen können.

Yingli-Fabrik in China

Im vierten Quartal erreichten die Yingli-Produktionen wieder eine Auslastung von mehr als 80 Prozent.
Foto: Yingli Green Energy Holding Company Ltd

Yingli Green Energy Holding Company Limited hat am Mittwoch nun die Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 veröffentlicht. Sie spiegeln wider, dass der chinesische Photovoltaik-Hersteller ein schwieriges Jahr hinter sich hat. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Viertel auf umgerechnet 1,538 Milliarden US-Dollar gesunken. Die Menge der ausgelieferten Solarmodule sei von 3361 auf 2447 Megawatt binnen Jahresfrist gesunken. Dies sei im Wesentlich der geringen Auslastungsquote der Produktionskapazitäten geschuldet infolge von Geldproblemen sowie den gesunkenen Preisen für Solarmodulen weltweit, hieß es bei Yingli.

Aus den gleichen Gründen hätten sich auch die Ergebnisse verschlechtert. Das Bruttoergebnis habe 2015 bei 183,3 Millionen US-Dollar gelegen – ein Minus von fast zwölf Prozent gegenüber 2014. Der EBITDA-Verlust habe bei 566 Millionen US-Dollar gelegen, verglichen mit einem Gewinn im Jahr davor. Zudem stieg der Nettoverlust von Yingli im Vorjahr auf 864,6 Millionen US-Dollar nochmals deutlich an.

Der chinesische Photovoltaik-Hersteller bemüht sich derzeit um eine Restrukturierung seiner Schulden. Dabei würden verschiedene Optionen geprüft und es gebe weiterhin Verhandlungen mit den Anleihegläubigern sowie Kreditgebern. Yingli wies auch in seiner heutigen Veröffentlichung darauf hin, dass es Probleme hat, seine kurzfristig fälligen Schulden zu begleichen. Banken, Anleihegläubiger sowie staatliche Stellen in China hätten dies verstanden und würden weiterhin Unterstützung anbieten. Am Mittwoch wird allerdings eine weitere Zahlung für die wichtigste Tochtergesellschaft Tianwei Yingli fällig. Bereits im Vorfeld hatte der Hersteller vor einem möglichen Zahlungsausfall gewarnt und bestätigte dies nun erneut. Parallel zu den laufenden Verhandlungen mit den Anleihegläubigern über einen Zahlungsaufschub und eine Ausweitung der Rückzahlungsfrist würden alternative Finanzierungspläne geprüft, darunter der Einstieg eines strategischen Investors oder die Aufnahme neuer Kredite.

Nachdem im vierten Quartal der Absatz von Yingli leicht über den eigenen Erwartungen lag, gibt das Unternehmen nun auch noch einen Ausblick für das erste Quartal 2016 sowie das Gesamtjahr. So werde für die ersten drei Monate der Absatz auf 480 bis 510 Megawatt bei Solarmodulen geschätzt. Im Gesamtjahr strebe Yingli eine leichte Erhöhung auf 2,6 bis 3,0 Gigawatt Gesamtabsatz an. Nach Angaben von Vorstandschef Liansheng Miao war die Auslastungsrate der Produktion im letzten Quartal 2015 wieder auf mehr als 80 Prozent gestiegen. Die Auslieferung der mehr als 2,4 Gigawatt sei „mit Unterstützung der lokalen Regierungen, Banken und Geschäftspartner“ erreicht worden. „2015 haben wir trotz der finanziellen Herausforderung eine zufriedenstellende Performance auf den Auslandsmärkten erreicht“, so Miao weiter. So seien die Lieferungen nach Japan um mehr als 18 Prozent gesteigert worden. Im vierten Quartal sei immerhin fast jedes dritte ausgelieferte Yingli-Modul in das Land gegangen. Auch die Geschäfte in den Ländern Nordamerikas und Europas seien weiter gut. In einigen aufstrebenden Märkten Afrikas habe Yingli bereits Downstream-Projekte umsetzen können.

Miao bezeichnete das laufende Jahr als „wichtig für die Transformation“. So wolle Yingli seine Herstellungskosten senken, alternative Finanzierungsmöglichkeiten suchen und schnellstmöglich die Restrukturierung seiner Schulden erreichen. „Im Jahr 2016 wird sich YIngli angesichts einer Reihe von unterstützender Maßnahmen für die Solarindustrie durch die chinesische Regierung bemühen, die Zusammenarbeit mit seinen großen Kunden wie staatlichen kontrollierten Unternehmen auszubauen; genauso wie die Zusammenarbeit mit privaten Firmen, Fonds und EPCs mit einem starken finanziellen Hintergrund, um so die Verkäufe im Inland und Einnahmen zu steigern“, erklärte Miao weiter. Bis Ende April habe Yingli bereits Aufträge für die Lieferung von 700 Megawatt Solarmodule erhalten, wobei es bei der Hälfte Vorauszahlungsvereinbarungen gebe. (Sandra Enkhardt)


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