Wircon übernimmt Teile von Wirsol

Kategorie: Märkte und Trends, Topnews

Es gab bereits Spekulationen darüber. Nun hat der Mitbegründer von SAP über eine eigene Gesellschaft Teile des insolventen Photovoltaik-Unternehmens Wirsol übernommen. Sowohl die Marke als auch einzelne Teile des Deutschlandgeschäfts bleiben somit erhalten.

Wirsol-Dachanlage in Heddenheim mit 8,1 Megawatt Leistung

Wircon will über die Marke Wirsol verstärkt Photovoltaik-Dachanlagen mit optimierten Eigenverbrauch anbieten.
Foto: Wirsol AG

Die Wircon GmbH hat am Montag einzelne Teile des Deutschland-Geschäfts der insolventen Wirsol-Gruppe übernommen. „Die Marke Wirsol wird weitergeführt und neu positioniert“, teilte die vom SAP-Mitbegründer, Dietmar Hopp, ins Leben gerufene Gesellschaft mit. Wircon wolle den Kunden künftig umfassende Lösungen rund um die dezentrale Energieerzeugung, Energiespeicherung, Energiemanagement, Energiebezug und Direktvermarktung anbieten. Wircon habe dafür die Sparte für kleine Photovoltaik-Aufdachanlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbekunden, auch inklusive Speicherlösungen, übernommen, hieß es auf Anfrage von pv magazine. Auch die Sparte für große Photovoltaik-Dachanlagen mit Energiemanagement werde Wircon weiterführen. Selektiv würden auch Großprojekte im Bereich Photovoltaik und Windkraft an Land umgesetzt und es würden mögliche Kooperationen mit RAG sondiert, hieß es weiter. Insgesamt könnten etwa 80 Arbeitsplätze durch die Übernahme gerettet werden. Weitere Angaben - wie die Höhe der Kaufsumme - wollte Wircon hingegen nicht machen.

„Der erneuerbaren und dezentralen Energieerzeugung gehört die Zukunft. Dies gilt ganz einfach deshalb, weil Energiekunden ökologisch und gleichzeitig ökonomisch sinnvolle Lösungen immer stärker nachfragen. Unabhängig von subventionierten Einspeisevergütungen und allen Diskussionen, die derzeit um die Reform des EEG geführt werden“, erklärte Hopp. Die Geschäftsführung der Wircon GmbH bestehe aus Markus Wirth, bisher Vorstand von Wirsol, und Peter Vest, der unter anderem Bereichsvorstand der EnBW, Vorstand von Kofler Energies und Geschäftsführer von Yello Strom war. Beide Geschäftsführer führen in Personalunion auch die Marke Wirsol, wie es weiter hieß. Das Unternehmen werde sich künftig auf kleine und große Photovoltaik-Dachanlagen mit Eigenverbrauchsoptimierung fokussieren.

Bereits Ende Januar gab es Berichte in der „Rhein-Neckar-Zeitung“, dass Hopp über die Wircon GmbH einzelne Wirsol-Geschäftsbereiche übernehmen wolle, darunter das Privatkundengeschäft. Die Wirsol-Gruppe befindet sich seit dem Herbst in Turbulenzen. Zunächst beantragte der Vorstand für mehrere Gesellschaften ein Schutzschirmverfahren. Ende Oktober ordnete das Amtsgericht Karlsruhe dann aber vorläufige Planinsolvenzverfahren für die Wirsol Solar AG (Muttergesellschaft), die Wirsol Deutschland GmbH (Großprojekte in Deutschland), die Wirsol Solar System GmbH (Handel) und die Wirsol APAC GmbH an. Im Dezember schließlich beantragte auch die E-Mobility-Tochter von Wirsol die vorläufige Insolvenz. Zu Jahresbeginn eröffnete das Amtsgericht Karlsruhe dann die Hauptverfahren für verschiedene Gesellschaften. Mitte Januar musste schließlich auch die Wirsol Solar Energie GmbH die Insolvenz anmelden. Bereits Ende Januar war zudem die britische Tochtergesellschaft Wirsol Solar UK von Conergy übernommen worden. (Sandra Enkhardt)

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